Clara Haberkamp Trio : Förderpreis finanziert Studioaufnahmen

Ausgezeichnetes Trio: Pianistin Clara Haberkamp mit Schlagzeuger Tilo Weber (li.) und Bassist Igor Spallati. Foto: Haberkamp Trio
Ausgezeichnetes Trio: Pianistin Clara Haberkamp mit Schlagzeuger Tilo Weber (li.) und Bassist Igor Spallati. Foto: Haberkamp Trio

Pianistin Clara Haberkamp will mit dem Geld aus dem JazzBaltica Förderpreis Studioaufnahmen für ein neues Album finanzieren.

shz.de von
29. Juni 2011, 08:41 Uhr

Salzau | Eins ist Clara Haberkamp gewiss nicht: eine Selbstdarstellerin. Die junge Pianistin wirkt im Gespräch eher zurückhaltend, fast schüchtern. Dafür versteht sie es, ihrem Klavier hinreißende Klänge zu entlocken. Einmal schlägt sie ganz sanfte Töne an, dann richtig kraftvolle Akkorde. Dazu lässt die gebürtige Dortmunderin ihre Stimme glasklar erklingen. Wie ein Engel. "Ich habe immer gerne gesungen", erzählt sie. "Mit 14 nahm ich dann Gesangsunterricht."
Jetzt studiert sie im Nebenfach Gesang, am Berliner Jazzinstitut. Ihr Hauptfach ist natürlich Klavier, Hubert Nuss unterrichtet sie. Gut die Hälfte ihres Studiums hat die Tochter zweier Jazzmusiker inzwischen abgeschlossen. Sicher, da liegt noch einiges vor ihr. Trotzdem schmiedet sie schon konkrete Zukunftspläne.
Melancholische oder leidenschaftliche Geschichten
Nächster Schritt: ein Plattenvertrag für ihr Clara Haberkamp Trio. Mit ihrem Schlagzeuger Tilo Weber und ihrem Bassisten Igor Spallati will die 21-Jährige im Dezember ihre erste Aufnahme machen, für die sich dann hoffentlich ein Label begeistern wird. Die Miete fürs Studio bezahlen die Drei von dem Geld, dass sie für den JazzBaltica Förderpreis bekommen. Diese Auszeichnung zu erhalten, sagt Haberkamp, sei für sie eine große Ehre: "Damit hätte ich niemals gerechnet, weil die Musik ja größtenteils im Kämmerlein entstanden ist."
Dennoch klingen ihre Kompositionen reif. Sie erzählen melancholische oder leidenschaftliche Geschichten. Tief taucht das Trio in jede Emotion ein, wofür Haberkamp nicht zuletzt ihre beiden Mitstreiter verantwortlich macht: "Tilo ist sehr sensibel, Igor eher temperamentvoll. Das ist eine gute Mischung." Dass auch ihr Klavierspiel einen großen Teil dazu beiträgt - klar. Schon als kleines Mädchen setzte sie sich ab und zu daheim ans Piano, als Sechsjährige bekam sie ihre ersten Klavierstunden. Tapfer arbeitete sie sich durchs Klassikrepertoire, auch heute noch wendet sie sich immer wieder Beethoven oder Mozart zu: "Ich mache das vor allem, um dem Jazz dienen zu können." Diesem Genre gehört nämlich ihre wahre Liebe: "Man ist da so frei, kann selbst Energie erschaffen. Das mag ich."

Das Clara Haberkamp Trio tritt Fr., 1. Juli, 22.30 Uhr, im Jazzcafé auf Schloss Salzau auf. Der Eintritt ist frei. Vorher wird den Musikern der JazzBaltica Förderpreis überreicht.


(shz)
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