„Ain’t Nobody“ und „Cheerleader“ : Felix Jaehn: Von Lübeck an die Spitze der Musik-Charts

Junger Pop-Star: Felix Jaehn.
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Junger Pop-Star: Felix Jaehn.

„Es ist alles total verrückt, was jetzt abgeht“: Der 20-jährige Felix Jaehn mischt derzeit als DJ die Musikszene auf – weltweit werden seine Remixe gehört.

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31. Mai 2015, 13:53 Uhr

Lübeck | Im Alter von 16 Jahren legte er in kleinen Lübecker Clubs auf. Heute reist Felix Jaehn um die Welt, um vor Tausenden von Menschen als Star-DJ aufzutreten. Was sich nach einer langen Karriere im Musikgeschäft anhört, hat sich erst innerhalb der letzten vier Jahre entwickelt. Der junge DJ erlebt derzeit den Beginn einer großen Laufbahn. Mit seinem Remix von „Ain’t Nobody (Loves Me Better)“ steht er gemeinsam mit der britischen Sängerin Jasmine Thompson an der Spitze der deutschen Single-Charts – und das mit gerade mal 20 Jahren.

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Dieser Erfolg ist so berauschend wie die gesamte House-Szene, in der sich Jaehn bewegt. „Es ist alles total verrückt, was jetzt abgeht“, sagt er. Es sei alles durch die Hits auf ein höheres, noch schnelleres Level gehoben worden. Mit den Hits meint der DJ auch den chilligen Song „Cheerleader“, der bei Youtube 96 Millionen Mal als Video angeschaut wurde und erst vor kurzem ebenfalls auf Platz 1 der Charts stand.

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Einerseits mischt Felix Jaehn Lieder neu, so entstehen sogenannte Remixe. Andererseits schreibt er eigene Songs. Der gebürtige Hamburger, der als Kind zunächst Geige spielte, ging nach seinen ersten Auftritten als DJ mit 17 Jahren nach London, um dort den Studiengang „Intensive Music Production & Music Business“ zu absolvieren. Wobei er sich das DJing aber größtenteils selbst beigebracht hat. Täglich übte er am Mischpult, bis er sein Handwerk beherrschte.

Nun ist er Teil einer Szene, die man erst einmal erklären muss: DJs gibt es so lange wie die Schallplatte. Doch erst durch Musiker wie Sven Väth oder Paul van Dyck wurden sie in den 1990er Jahren als Stars angesehen. Sie feiern seither Charterfolge. Ganz besonders der französische Produzent David Guetta, der es mal geschafft hat, mit neun Liedern gleichzeitig in den deutschen Top 100 vertreten zu sein.

„Neu ist, dass wir nicht mehr reine DJs sind, sondern DJs und Produzenten, beziehungsweise sogar Songwriter“, erklärt Jaehn. Die eigenen Songs hätten dabei wenig mit dem DJ-Dasein zu tun. Gewandelt habe sich, dass nicht mehr nur die Sänger im Fokus stehen, sondern eben auch die Produzenten. „Bei Michael Jackson wusste zum Beispiel keiner, wer der Produzent war – oder kaum jemand“, erklärt Jaehn. „Jetzt ist es so, dass wir als Produzenten wahrgenommen werden.“ Und dass die Songs gute Stimmung verbreiten, fördert die Popularität obendrein.

Doch während die Fans den DJs zujubeln, schütteln andere die Köpfe – zum Beispiel Instrumentalisten, die sich über jahrelanges Üben ihr Können angeeignet haben. „Denn dann kommen so junge Kids um die Ecke und mischen die Musikindustrie auf. Natürlich gibt es Leute, denen das nicht so gut gefällt.“ Jaehn sieht das jedoch locker, auch mit Kritik kann der junge Musiker gut umgehen. In einem Internet-Artikel hieß es zum Beispiel zu seiner Musik: „Ein guter Refrain, eine markante Stimme und ein nett plätschernder Housebeat, fertig ist die Nummer 1.“ Jaehns Reaktion: „Wenn es so einfach wäre, würde es jeder machen.“

Mit seinen 20 Jahren tritt Jaehn bereits sehr selbstbewusst auf. Viel Mühe steckt in seinen Musikstücken. In jeder freien Minute bastelt er an Songs – im eigenen Studio oder unterwegs auf dem Laptop. „Durch die heutige Technik ist es möglich, alles am Computer zu machen.“ Klar sei es wichtig, ab und zu mal in einem großen Tonstudio zu arbeiten, wo man Keyboards sowie Synthesizer nutzen und Gesang aufnehmen kann. „Aber für meinen kreativen Schaffensprozess reichen der Computer und Kopfhörer“, erklärt Jaehn. Praktisch für ihn, denn er ist oft unterwegs. „Genf, Montreux, Dubai, zwischendurch bin ich mal für einen Tag zu Hause.“

In einem kleinen mecklenburgischen Dorf an der Lübecker Bucht entspannt sich Felix Jaehn, der noch bei seinen Eltern wohnt, zwischen seinen Auftritten. Das sei wichtig für die Balance. Wind und Vogelgezwitscher – eine gute Abwechslung zu den Beats aus den Boxen.

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