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Lesestoff : Die Monster und Mama

vom

Kay Müller und Martin Schulte empfehlen Lesestoff zum Wochenende. Heute in aller Kürze Lauren Groffs neuer Roman - inklusive Auftritt eines Monsters.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2009 | 02:10 Uhr

„Die Monster von Templeton“ sind auch die Monster der Archäologiestudentin Willie. Sie kehrt nach Templeton zurück, in die Provinz ihrer Geburtstadt, um nach ihren Wurzeln zu suchen - in mehrfacher Hinsicht. Denn nach einer Affäre mit ihrem Professor scheint sie schwanger zu sein, außerdem möchte sie endlich wissen, wer ihr Vater ist.
Ihre Hippiemutter nennt ihr drei mögliche Erzeuger aus der Kommunen-Zeit, doch Willie glaubt zu wissen, dass auch ihr Vater eigentlich aus Templeton stammen müsste. Also kehrt sie zurück, bereit zur Suche, und mit ihrer Ankunft fällt dann auch die Ankunft einer ganz besonderen Spezies zusammen: „An dem Tag, als ich, knietief in der Schande, nach Templeton zurückkehrte, tauchte im Flimmerspiegelsee der über fünfzehn Meter lange Kadaver eines Ungeheuers auf.“ So lautet der erste Satz von Lauren Groffs Debütroman und, so viel sei verraten, er endet auch mit einem Monster, einem lebendigen zudem. Dazwischen wird auf vielen Ebenen aus der Vergangenheit erzählt - der von Willies Familie und der ihrer Geburtsstadt.
Auch wenn Groffs Sprache manchmal arg gewöhnungsbedürftig über die Seiten fließt, ist „Die Monster von Templeton“ ein spannender Roman. Der Zauber des ersten Satzes jedenfalls, der einen unweigerlich gefangen nimmt, hält bis zum Ende an.
Lauren Groff, „Die Monster von Templeton“, Verlag C. H. Beck, 507 Seiten, 22,90 Euro.

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