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Fraktus im Thalia Theater : Die beste Band, die es nie gab

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Hamburger Gruppe Studio Braun erzählt die Geschichte der fiktiven Musikgruppe Fraktus im Thalia Theater.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2014 | 08:32 Uhr

Hamburg | Ein Comeback wie ein Traum. 25 Jahre nachdem sich Fraktus, die Urzelle des Techno, aufgelöst hatte, wurde sie von einem findigen Manager zur Wiedervereinigung überredet und räumte 2012 mit neuem Album und einer Tour wieder richtig ab. Jetzt soll das zweite Album erscheinen, dazu wird es ein Konzert geben und wie das alles so abläuft mit der ganzen Organisation, den Pressekonferenzen, dem Aufbau und was sonst noch dazu gehört – das alles wird man am 3. Mai unter dem Titel „Tonight: Fraktus“ im Thalia Theater sehen.

Also ist das ganze ein Theaterstück? „Ja“, sagt Beate Heine, die das Projekt als Dramaturgin betreut. „Es wird ein richtiger Theaterabend, der im Spielplan und sogar im Abo aufgenommen wird.“ Fraktus ist nämlich selbst so etwas wie Theater. Die Band ist ausgedacht. Dahinter steckt das Hamburger Projekt Studio Braun mit Rocko Schamoni, Heinz Strunk und Jacques Palminger. Gemeinsam mit dem Regisseur Lars Jessen drehten sie 2012 die Dokumentation zu einer Band namens Fraktus, die sich 1983 aufgelöst hatte, als bei einem ihrer Konzerte der Hamburger Club Turbine abgebrannt war. Man ließ Prominente von Blixa Bargeld über Scooter bis zu Jan Delay zu Wort kommen. Alle lobten einhellig den großen Einfluss dieser Band und so schuf man einen Mythos, der die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verwischte. Nachdem „der lustigste deutsche Film seit sehr langer Zeit“ (stern.de) erfolgreich in den Kinos gelaufen war, setzte Studio Braun noch eins drauf und veröffentlichte mit „Fraktus: Millenium Edition“ nicht nur ein erstes Album, sondern gab ausverkaufte Konzerte. Peinlich für einige Hamburger Hipster, die das Ganze für bare Münze nahmen und nicht ahnten, dass sie einer höchst gelungenen Satire auf das Musik-Business beiwohnten.

Im Thalia Theater wird die Geschichte von Fraktus weitererzählt. Studio Braun hat dazu ein Exposé geschrieben, wonach im Groben klar ist, wie die Handlung verlaufen soll. Genaueres inklusive Texte ergibt sich auf den Proben. Palminger, Schamoni und Strunk schreiben die Texte, führen Regie und spielen Dickie Schubert, Bernd Wand und Torsten Bage, die Musiker von Fraktus. Trotz dieser Multifunktion funktioniert die Arbeit an der Produktion, bei der auch Schauspieler des Thalia-Ensembles mitspielen, meint Beate Heine. Studio Braun wissen schließlich, wie man Theater macht.

Im Hamburger Schauspielhaus hatte das Trio bereits Heinz Strunks Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ und „Rust – Ein deutscher Messias“ aufgeführt, beides fußte auf wahren Begebenheiten. „Tonight: Fraktus“ dagegen ist komplette Fiktion – aber auf der Bühne wird sie Wirklichkeit. Und das Album kann man tatsächlich kaufen.
 

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