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Der Vielschreiber

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Er schrieb sich durch fast jedes Genre: Seine Leidenschaft, sich spannende Geschichten mit Humor auszudenken, entwickelte Autor Jan Schröter (55) aus Wrist über Jahrzehnte. Ergebnis ist eine schier endlose Liste an Veröffentlichungen, mit denen er es auch ins Fernsehen geschafft hat. Er schrieb sich durch fast jedes Genre: Seine Leidenschaft, sich spannende Geschichten mit Humor auszudenken, entwickelte Autor Jan Schröter (55) aus Wrist über Jahrzehnte. Ergebnis ist eine schier endlose Liste an Veröffentlichungen, mit denen er es auch ins Fernsehen geschafft hat.

Ursprünglich aus Hamburg stammend, wo er 40 Jahre lang gewohnt hat, ist Jan Schröter im vergangenen Jahr aus Bad Bramstedt nach Wrist (Kreis Steinburg) gezogen. Die ländliche Abgeschiedenheit hat seinem kreativen Schaffen aber keineswegs geschadet, im Gegenteil. Seit 22 Jahren lebt er bereits von seinem Autorendasein. „Ich wusste schon immer, dass ich schreiben wollte“, sagt er.

Nach dem Studium der Sonderpädagogik hat er Mitte der 80er Jahre bis 1991 in Hamburg mit seiner damaligen Lebensgefährtin einen Buchladen aufgemacht.

Seine Leidenschaft zum Reisen und die Bekanntschaft zu Journalisten, die in seiner Buchhandlung ein und aus gingen, mündeten in einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen– vom Reiseführer und Rezensionen sowie Rätselkolumnen mit Anekdoten über Horoskope oder Kurzkrimis für Fernsehzeitschriften bis hin zu Radiosendungen. In den „langen Stunden ohne Kunden“ in seiner Buchhandlung hat er nebenbei noch seinen ersten Krimi geschrieben.

Als sein erster Sohn aber auf die Welt kam, musste er einen Schnitt machen. „Ich habe mich ganz auf die Schreiberei eingelassen“, erzählt er. Und da half ihm hier und da auch der Zufall weiter. Auf einer Fähre zwischen Travemünde und Helsinki lernte er einen Produzenten und Drehbuchautoren kennen, der ihm nach der Lektüre seines Krimis den Auftrag gab, eine Folge einer Krimireihe für einen großen Sender zu schreiben. Das war für Jan Schröter der Einstieg ins Drehbuch-Genre. „So war es damals mit allen Drehbuchautoren: Keiner hatte das gelernt.“

Er verfasste von 2001 bis 2007 Drehbücher für das vor allem im Norden bekannte „Großstadt-Revier“, und es entwickelten sich Kontakte zu weiteren Produzenten. Mittlerweile war er bei einer Agentur für Drehbücher gelandet. „Ich habe viel Eigenes entwickelt und Ideen aufgesaugt.“ Aber in dieser Branche durfte er sich keine Illusionen machen: „Für jedes realisierte Drehbuch gab es zehn bis 15, die in der Versenkung verschwanden.“ Dafür sprangen auf der anderen Seite aber mehrere realisierte Folgen fürs „Traumschiff“ heraus.

Ob er in ein Drehbuch viel Eigenes einbringen kann, ist abhängig vom Format der Serie. „Ich muss entscheiden, welche Geschichte erzählt wird: Geht es um Bankraub oder Prostitution, um Mord oder Drogenhandel? Ich kann dasselbe Thema auch aus mehreren Blickwinkeln erzählen und verschiedene Facetten einbringen“, schildert er. 15 Folgen hat er so fürs „Großstadt-Revier“ geschrieben. „Im Großen und Ganzen lief die Umsetzung meiner Ideen immer gut.“

Weil aber seine eigentliche Liebe dem Buch gehört, hat der Autor im Anschluss Sach- und Gebrauchsbücher geschrieben und das Drehbuchschreiben für das Großstadt-Revier 2007 beendet.

Dann half ihm wieder der Zufall. Als Jan Schröter mit seinem 12-jährigen Sohn in Berlin auf der Fahrradrikscha eines Studenten mitfuhr, da ahnte er: „Das ist meine nächste Krimifigur!“ „Der Rikschamann“ spielte allerdings dann in Hamburg. Aus dieser Reihe brachte Jan Schröter ein Jahr später einen weiteren Krimi, „Freundschaftsdienste“, heraus, nur mit anderer Figur und Handlung. Das Schöne für ihn am Buch-Krimi im Gegensatz zum Drehbuch fürs Fernsehen: „Wenn ich das selber schreibe, bin ich nicht fremd bestimmt.“

Seine Geschichten sind spannend und immer latent humorig und besinnlich. „Brutale Kettensägenkrimis wie von schwedischen Autoren liegen mir nicht. Ich gehe nicht mit Psychopathen ins Bett“, sagt er. „Aber ich liebe Lesungen“, sagt er. „Es ist toll, weil sie sehr unterhaltend sind.“ Und hier kann er seiner zweiten Leidenschaft neben dem Schreiben frönen. Zwischendurch greift Jan Schröter dann auch schon mal zur Gitarre und singt dazu eigene und gecoverte Songs.

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