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Hans Rath: "Da muss man durch" : Der Tollpatsch auf dem Vorstandsposten

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Er müsste ein aalglatter Typ sein: Promoviert, auf dem Weg zum Chef-Posten und Affären in Serie. Doch Paul schleppt sich in "Da muss man durch"von einem Fettnapf zum nächsten.

Paul ist erfolgreich, Top-Kandidat für einen Vorstandsposten im Verlag - naja, zumindest sieht es zunächst alles sehr vielversprechend aus. Er fliegt nach Mallorca, um sich der verschrobenen Verlags-Familie vorzustellen und damit den Job zu bekommen. Dort trifft er auf die dauerwillige Ashley, seine Ex-Geliebte Iris, eine heiratswütige Melissa und die versnobt-unterkühlte Matriarchin Elisabeth von Beuten.
"Da muss man durch" von Hans Rath ist Teil einer Trilogie. Und da Teil eins "Man tut, was man kann" ein Bestseller war, musste schnell der zweite Teil her. Vielleicht ein bisschen zu schnell. Natürlich kommt es auch in "Da muss man durch" zu Affären, Missverständnissen und insgesamt zu einem völligen Durcheinander. Paul bekommt den Chef-Posten im Verlag trotzdem. Er kann sogar seinen verschrobenen Freund Schamski, der kurzerhand im Porsche vorfährt, die heiratswillige Melissa abschleppt und ein ertrinkendes Kind rettet, als seinen Stellvertreter durchsetzen.
Seichte Comedy-Geschichte
"Da muss man durch" ist die Buchwerdung des Magazins Business Punk gemixt mit einer seichten Comedy-Geschichte. Gerührt, nicht geschüttelt. Witzige Passagen und Ideen reihen sich aneinander und auch die abgedrehten Figuren wirken zeitweise unterhaltsam. Leider ist die Stimme und Lesart des "Stromberg"-Darstellers Bjarne Mädel ein wenig zu dumpf, wirkt zeitweise sogar völlig desinteressiert. Und so wird man manchmal auch ein wenig ungeduldig mit dem Hör-Stoff.
Doch das allein ist es nicht, was "Da muss man durch" als leichte, witzige Lektüre disqualifiziert. Vielmehr sind die Zufälle allzu sehr an den Haaren herbei gezogen und es wirken die Charaktere dann doch zu stereotyp. Störend sind vor allem aber die allzu derben Kinken, die Rath in seine Geschichte gehauen hat. Dass sich ein promovierter, erfolgreicher Vorstands-Mensch wie Paul teilweise derart naiv verhält, mag man der Geschichte nicht recht abnehmen. Auch hätte es nicht geschadet, sich ein wenig mehr mit den angeschnittenen Fachbereichen zu beschäftigen. So nervt es, dass sich Paul zu Zahlungen im fünfstelligen Bereich drängen lässt, weil sein notorisch ungehorsamer Bullterrier-Jagdhund-Mix eine Reihe Hunde gebissen hat, die als Bühnenstars bei lauten Kozerten auftreten. Dennoch: Die Idee, hinter der Fassade einer Chef-Figur den kleinen Jungen, den leicht tollpatschigen Fettnäpfchen-Ortungsgerät zu suchen hat weitaus mehr Potenzial, als Hans Rath mit seiner halbgaren Comedy zu ahnen scheint.
Hans Rath: "Da muss man durch", Hörbuch gelesen von Bjarne Mädel, 4 CDs, Argon-Hörbuch 2010, ISBN: 978-3-8398-1010-1.

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erstellt am 15.Dez.2010 | 01:11 Uhr

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