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Ralf Husmann: Vorsicht vor Leuten : Der Lügner, das Büro und ein Hauch von Stromberg

vom

"Stromberg"-Autor Ralf Husmann setzt seine Beobachtungen der Büro-Typen fort. Das Hörbuch "Vorsicht vor Leuten" steckt voller Wortwitz zwischen E-Mail-Smileys und Taubenzählung.

Lorenz Brahmkamp vegetiert in seinem mittelmäßigen Leben als Sachbearbeiter in der piefigen Kleinstadt Osthofen dahin. Seine Frau Katrin ist ihm wegen seiner ständigen Lügen davongelaufen, der Bürokollege nervt mit seinen Tauben-Beobachtungen und einer Postkartenkollektion aus dem Westerwald und der Chef ist von Brahmkamps Leistungen auch nicht gerade angetan. Auch diesmal nicht. Brahmkamp verbaselt es mal wieder, pünktlich beim langweiligen Ortstermin zu erscheinen. Doch dieses Treffen mit dem Self-Made-Man Alexander Schönleben soll Brahmkamps Leben verändern, denn endlich einmal ist eines seiner herausragenden Talente gefragt: Das Lügen.
Ralf Husmann, Autor der beliebten "Stromberg"-Serie, hat in seinem Hörbuch "Vorsicht vor Leuten" mit Brahmkamp wieder einen liebenswert-kauzigen Anti-Helden geschaffen. Und man mag den Vergleich zur Büro-Serie auch nur zu gerne ziehen. So ist es nur stimmig, dass "Stromberg"-Darsteller Christoph Maria Herbst auch gleich die Lesefassung des Hörbuchs übernimmt.
Flurfunk und Käsebrote
Wie auch bei "Stromberg" wird in "Vorsicht vor Leuten" die einzigartige Fauna der Bürowelt beleuchtet - von Flurfunk und Intrigen, von E-Mail-Smileys und mitgebrachten Käsebroten. Mit Alexander Schönberg entwirft Husmann auch gleich den Gegenentwurf zur kleinstädtischen Piefigkeit. Er ist sportlich, weltgewandt und hat Macht, Geld und eine Finca auf Mallorca. Irgendwie schafft es Brahmkamp, den Lebemann in ein Gespinst aus Lügen und Missverständnissen zu verwickeln - und einen Ausweg aus dem Büroalltag zu finden. Und zurück zu Katrin.
"Vorsicht vor Leuten" ist eine leichte, aber nicht allzu platte Komödie voller kleiner Wortwitze und skurriler, aber alltagsnaher Typen. Nur an wenigen Stellen sind die Witze ein wenig zu bemüht, die Charaktere zu einförmig. Christoph Maria Herbst hat sich als Hörbuch-Sprecher bewährt und liest die Geschichte über den Verlierer Brahmkamp unterhaltsam und abwechslungsreich.
Lediglich das allzu offene Ende kommt ein wenig zu abrupt - gern hätte man noch mehr über die Missgeschicke des Kleinstadt-Helden erfahren

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erstellt am 13.Nov.2010 | 12:13 Uhr

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