zur Navigation springen

Museumsjahr 2014 : Der Krieg in der Kunst

vom

Der Erste Weltkrieg und seine Auswirkungen auf die Kunst beherrschen das Ausstellungsjahr 2014 in den Museen Schleswig-Holsteins. Denn im August liegt der Kriegsausbruch 100 Jahre zurück.

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Lübeck | Die Ausstellungsprogramme der bedeutenden Museen Schleswig-Holsteins versprechen ein spannendes Jahr 2014. Zentrales Thema ist der Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der sich im August zum 100. Mal jährt. Die Museen des Landes beleuchten dieses Ereignis aus ganz unterschiedlicher Perspektive – das Spektrum reicht vom politischen Zwist der Brüder Heinrich und Thomas Mann bis zu zerstörten Malerkarrieren. Doch auch zeitgenössische Kunst, Malerei der Romantik und eine Sammlung von Pflanzenporträts aus dem Barockgarten von Schloss Gottorf sind in Ausstellungen zu erleben.

Der Maler Walter Libuda, Thomas Mann und die Bildende Kunst, der Romantiker Carl Wilhelm Götzloff und der Erste Weltkrieg aus Lübecker Sicht sind die Schwerpunktthemen der Lübecker Museen im Jahr 2014.

„Wir wollen künftig noch stärker als bisher Akzente setzen und mehrere Museen durch parallele Ausstellungen thematisch verbinden“, sagte der Geschäftsführende Direktor der Lübecker Museen, Hans Wißkirchen. Eine Premiere ist die für den Sommer geplante Doppelausstellung im Museum Behnhaus Drägerhaus und dem Buddenbrookhaus (12. September bis 6. Januar 2015). „Erstmals überhaupt wird es um ‚Thomas Mann und die Bildende Kunst‘ gehen, um Bilder, die ihn beeinflusst haben und die in seinen Romanen eine Rolle spielen“, sagte Wißkirchen.

Bereits am 22. März beginnt die Ausstellung „Bruderkrieg. Heinrich und Thomas Mann 1914-1918“, in der es um die konträren politischen Einstellungen der beiden Brüder und ihre Haltungen zum Ersten Weltkrieg geht. Um die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die Stadt Lübeck und ihre Bürger dreht sich die Ausstellung „Lübeck im Ersten Weltkrieg“, die vom 3. August an im St. Annen-Museum gezeigt wird. „Wir können hier unter anderem auf die umfangreichen Bestände des Archivs zur Militärgeschichte und auf Leihgaben von Lübeckern zurückgreifen, die Dokumente, Feldpostbriefe und Fotos zur Verfügung gestellt haben“, sagte Wißkirchen.

Um den Ersten Weltkrieg geht es auch in der Ausstellung, die vom 11. August an in der Kunsthalle Kiel zu sehen ist. Die Schau „Sterne fallen. Von Boccioni bis Schiele. Der Erste Weltkrieg als Ende europäischer Künstlerwege“ (11. Oktober 2014 bis 8. Februar 2015) widmet sich dem Schicksal europäischer Künstler im Krieg. Gezeigt werden Werke von mehr als 50 Künstlern, darunter Franz Marc und August Macke, aber auch Werke unbekannter Künstler, deren Arbeiten zum Teil erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Die Ausstellung gehe daher auch der Frage nach, inwiefern die Zäsur des Ersten Weltkrieges Auswirkungen auf die gesamte Klassische Moderne gehabt habe, sagte eine Sprecherin der Kunsthalle.

Als Höhepunkt des Ausstellungsjahres in den Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen Schloss Gottorf ist dort vom 25. Mai bis 26. Oktober die Ausstellung „Der Gottorfer Codex. Blütenpracht und Weltanschauung“ zu sehen. Sie zeigt die vierbändige Sammlung von Pflanzenporträts aus dem frühbarocken Terrassengarten des Schlosses, die Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf zwischen 1649 und 1659 anfertigen ließ. Die Ausstellung sei so eine Art „Coming home“ für den Gottorfer Codex, der sich seit dem 18. Jahrhundert in Kopenhagen befindet, sagte die Direktorin des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, Kirsten Baumann.

Zuvor zeigen die Landesmuseen eine Ausstellung mit Werken des Bildhauers Manfred Sihle-Wissel. In der Retrospektive zu seinem 80. Geburtstag werden zahlreiche bisher nie öffentlich gezeigte Werke des Künstlers zu sehen sein, der als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer in Schleswig-Holstein gilt. Die Ausstellung ist vom 23. Februar bis zum 4. Mai zu sehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen