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Schleswig-Holstein Musik Festival : Christopher Parks Traum vom eigenen Steinway

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der junge Pianist Christopher Park ist Preisträger des Leonard Bernstein Awards. Die Sparkassen-Gruppe bleibt bis 2016 Hauptsponsor beim SHMF.

Für das Programm ist beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) immer noch der Intendant zuständig. Also blickte Christian Kuhnt kurz und deutlich nach links, als sein Tischnachbar gerade verraten hatte, dass mit Martin Grubinger der Publikumsliebling des Festivals in diesem Jahr nicht dabei sein wird.

Der Nachbar war Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein und Überbringer der eigentlichen Nachricht des Tages: „Die Sparkassen-Finanzgruppe Schleswig-Holstein und ihre Partner bleiben für drei weitere Jahre Hauptsponsor des Schleswig-Holstein Musik Festivals.“ Wohl auch deshalb war die kleine Indiskretion um Grubinger schnell verziehen, die vorherrschende Stimmung bei allen beteiligten Partnern war Zufriedenheit.

Bis 2016 läuft jetzt die Zusammenarbeit, die dem Festival mehr als 500 000 Euro im Jahr und den Partnern der Sparkassengruppe (HSH Nordbank, Provinzial, LBS und Sparkassen-Kulturfonds) einige öffentliche Aufmerksamkeit bringen soll.

Den vorherigen Vertrag, der 2001 geschlossen worden war, hatte die Bank zu diesem Jahr gekündigt, wohl auch, um im landesweiten Sparkassenkonstrukt die Akzeptanz abzuklopfen – und den Preis der Zusammenarbeit neu zu verhandeln. Dieser soll laut Boll „unwesentlich“ unter dem bisherigen liegen. Was den Banken das Festival bislang wert gewesen war, wollte er gestern allerdings nicht verraten: „Aber es ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich, ein Sponsoring für drei Jahre abzuschließen“, sagte Boll. Diese Einschätzung bestätigte der neue SHMF-Intendant: „Der Vertrag sorgt bei uns für große Euphorie.“

Nicht nur euphorisch, sondern vielmehr „von den Socken“ war Christopher Park, der gestern als Preisträger des Leonard Bernstein Awards vorgestellt wurde: „Es ist absolut unwirklich, dass mein Name jetzt mit diesem Preis zusammengebracht wird“, sagte Park, der sich bescheiden und freundlich präsentierte und anschließend noch einen Eindruck seines Könnens auf dem Steinway-Flügel gab.

Die Preisträger-Suche, das verriet Kuhnt, wurde in diesem Jahr dominiert vom Dirigenten, Pianisten und Leiter der Orchesterakademie, Christoph Eschenbach: „Er hat erst das zweite Mal einen Pianisten vorgeschlagen, der erste war Lang Lang.“ Das sage viel über die Qualität Parks aus, denn Eschenbach stelle gerade an Pianisten sehr hohe Ansprüche. Man darf also gespannt sein auf diesen Christopher Park, der am 19. Juli sein Preisträgerkonzert in Lübeck geben wird.

Was er mit dem Preisgeld von 10.000 Euro machen wird, verriet Park auch noch: „Das Geld bringt mich meinem Traum von einem eigenen Steinway näher.“ Sagte es, setzte sich an den geliehenen Sparkassen-Steinway und spielte Prokofieffs „Teuflische Einflüsterung“ – eine eindrucksvolle Kostprobe seines energiegeladenen Spiels.

 

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