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Interview mit RSH-Moderator : Carsten Köthe ist wieder zurück

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

RSH-Kultmoderator ist seit heute wieder auf Sendung. Gut sechs Monate musste der 52-Jährige wegen einer Krebsbehandlung aussetzen.

Kiel | Sechs Monate musste Carsten Köthe krankheitsbedingt pausieren. Sechs Monate, in denen die Schleswig-Holsteiner auf den RSH-Kultmoderator verzichten mussten. Nun hat der 52-Jährige seine Krebstherapie überstanden. Seit heute ist er wieder auf Sendung und begleitet die Hörer täglich ab 14 Uhr durch den Nachmittag. Im sh:z-Interview verrät Köthe, wie seine Therapie verlaufen ist, was ihm am meisten geholfen hat und wie sein neuer Tagesablauf aussieht.

Herr Köthe, wie geht es Ihnen?
Köthe: Total toll, echt gut. Ich hatte am Montag letzter Woche noch mal eine Untersuchung und da waren die Ärzte ganz zufrieden mit mir. So richtig weg geht der Mist ja nicht. Aber wir haben diese ungesunden Lymphknoten erst mal zurückgedrängt und nun hoffe ich, dass es mindestens zehn Jahre dauert, bis die Dinger wiederkommen.

Wie ist die Therapie verlaufen?
Aus meiner Sicht ist sie perfekt gelaufen. Man kann da ja immer Pech haben mit Infektionen oder dass man die Chemo nicht verträgt. Doch bei mir ist wirklich alles gut gelaufen. Bei der dritten Chemo hatte ich eine kleine Infektion, aber die haben wir dann auch ganz schnell wieder in den Griff bekommen. Ich hatte es ja so geplant, dass ich allerspätestens zum Wacken Open Air wieder auf den Füßen bin. Und den Plan habe ich eingehalten, am Wochenende habe ich da ein paar Bier aufgemacht.

Sie hatten also einen Zeitplan?
Ja, das habe ich von meiner Frau gelernt. Als sie Krebs hatte, hat sie sich gesagt: „Okay, ich mache mir jetzt einen Zeitplan und ich will wieder fit sein zum Surf-Weltcup auf Sylt.“ Und dann hat sie mit ganz viel Kraft und Willen diesen Zeitplan eingehalten. Und bei mir ist es auch geglückt. Aber ich weiß, dass ich unverschämt viel Glück gehabt habe.

Dann war ihre Frau quasi ihr Vorbild?
Ja, nicht nur das. Es gibt für mich keine bessere „Wie-besiege-ich-den-Krebs-Trainerin“ als meine Frau. Ich hatte mit ihr jemanden an meiner Seite, der wusste wie das geht, wie man das macht und der mich zu jeder Tages- und Nacht-Zeit verstanden hat.

Was hat Ihnen während der vergangenen Monate am meisten geholfen?

Was wirklich geholfen hat, war der große Zuspruch. Das hat in diesem ganzen halben Jahr nicht aufgehört. Die Leute haben gemailt, über Facebook geschrieben, in meinem Postfach lagen kleine Briefe. Und wenn man einkaufen ging, sagten mindestens zehn fremde Personen „Kopf hoch, wird schon wieder“.

Haben Sie mit so viel Zuspruch gerechnet?

Nein, ich habe ehrlich gesagt auch nicht mit dieser großen Welle gerechnet, die meine Krankheit ausgelöst hat. Bevor ich es auf dem Sender publik gemacht habe, hatte ich mir keinen großen Kopf darum gemacht. Ich dachte einfach nur: „Du musst dich ja irgendwie von deinen Hörern verabschieden. Du kannst ja jetzt nicht einfach ein halbes Jahr nicht da sein.“ Aber ich war überrascht über das große Echo und die Flut an guten Wünschen und Mitgefühl, die über mich hereinbrach. Das tat unglaublich gut. Wenn man das Gefühl hat, halb Schleswig-Holstein drückt einem die Daumen – das hilft schon ein großes Stück weiter.

Wie schwer ist es Ihnen gefallen, nicht arbeiten zu können?

Komischerweise nicht so schwer. Meine Ärzte haben gesagt: „Herr Köthe, sie haben jetzt 25 Jahre Frühdienst gemacht, sie sind immer um Viertel nach drei aufgestanden, haben vielleicht manchmal etwas mehr gemacht als sie hätten machen sollen. Jetzt lassen sie auch mal los. Die Kollegen werden auch mal ein paar Monate ohne sie auskommen.“ Und damit hatten sie natürlich völlig Recht. Ich habe diesen Rat beherzigt und wirklich versucht, so gut es geht abzuschalten – das ging ganz prima.

Mehr als 20 Jahre lang haben sie den Frühstücksclub moderiert, fällt Ihnen der Abschied schwer?

Nein. Zum einen weiß ich den Frühstücksclub bei meinem Nachfolger Volker Mittmann in besten Händen. Da muss ich mir keine Sorgen machen. Und zum anderen freue ich mich auf diese neue Sendezeit und ein neues verändertes Leben, das ich jetzt führe. Morgens aufzuwachen, wenn es schon hell ist, mit meiner Frau Kaffee zu trinken, vor der Arbeit schon mal ne Runde Sport zu treiben – das sind ja alles Dinge, die ich nie gemacht habe. Zudem freue ich mich, dass es noch mal einen neuen beruflichen Weg gibt in meinem Leben.

Was macht Carsten Köthes Nachmittag aus, was erwartet die Schleswig-Holsteiner?
Die Schleswig-Holsteiner erwartet ganz viel gute Laune und ganz viel Information auf dem Weg in Richtung Feierabend. Mittendrin soll es was zu Lachen geben und alles, was man braucht, wenn man acht oder neun Stunden auf der Uhr hat. Quasi das Rundum-sorglos-Paket für den Start in den Feierabend – so ist der Plan.

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erstellt am 06.Aug.2014 | 07:08 Uhr

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