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Ausstellung : Blick in die Schatzkammer der Kieler Landesbibliothek

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In Kiel liegen 4000 wertvolle Münzen. 500 von ihnen werden jetzt der Öffentlichkeit gezeigt. „Papier – Not – Geld – Medaillen“ heißt die Ausstellung.

Kiel | Erstmalig in ihrer Geschichte öffnet die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek ihr wertvolles Münzkabinett. Aus ihrem Bestand von fast 4000 Exemplaren werden unter dem Motto „Papier – Not – Geld – Medaillen“ in Kiel jetzt 500 Exponate gezeigt.

Die Münzsammlung der Landesbibliothek sei wertvoller als das denkmalgeschützte Haus, in dem sie verwahrt werden, unkt der Direktor Jens Ahlers mit einem trockenen Lächeln. Sein Münzkabinett wird seit sechs Jahren vom Verein der Schleswig-Holsteinischen Münzfreunde Kiel betreut. Vor allem dessen Mitglieder Günter Struck und Kurt Zentini haben sich der Sammlung angenommen und anlässlich ihres 50-jährigen Vereinsjubiläums jetzt eine Schau zusammengestellt, die besonders wegen ihres Wertes und der geschichtlichen Bezüge sehenswert ist.

Eines der ältesten Stücke kommt von der Nordseeküste: der sogenannte „Husumer Taler“ aus dem Jahr 1522. Er gehöre „zu den seltensten, wertvollsten und interessantesten Münzen, welche die Geldgeschichte unseres Landes aufzuweisen hat“, erklärt der Historikerer Hans-Friedrich Rothert. Der 29,23 Gramm schwere und 39 Millimeter Durchmesser große Silbergulden wurde 1522 von Friedrich I., dem Herzog von Schleswig und Holstein und seit 1523 König von Dänemark, in Husum geprägt. Die Münze zeigt Friedrich mit Backenbart und Netzhaube. Die Rückseite zeigt das herzogliche Wappen mit dem norwegischen Löwen, den beiden Schleswiger Löwen, dem Holsteiner Nesselblatt, dem Stormaner Schwan und dem Oldenburger Balken im Mittelfeld. „Neue Husumer Silbermünze 1522“ steht ringsum in lateinischen Worten. Es ist die älteste Talerprägung Schleswig-Holsteins und eine der ersten naturgetreuen Portaitmünzen des Nordens, vermutlich geschaffen von keinem Geringeren als dem Holzschnitzmeister Hans Brüggemann.

Unweit des Talers findet sich das größte Exponat der Ausstellung: Eine kiloschwere Silbermünze mit Segelschiffen und Pulverdampf. Sie illustriert den Sieg des Dänenkönigs Christian V. (1644-1699) über die Schweden in der Köge-Bucht 1677. Auch eine Lübecker Goldmünze ist zu sehen: Der „Brömsetaler“ von 1537.

Die Geschichte des Landes wird in all diesen kleinen Exponaten lebendig, unterstützt durch Gemälde, Grafiken und Texte. Zu sehen sind aber auch Münzen aus der Wikingerzeit und Goldportraits, etwa der Familie Rantzau, oder Gedenkmedaillen zu den Sturmfluten der Jahre 1717 und 1962 sowie zum Untergang der Niobe 1932.

Besonders viel Raum nimmt der Bereich „Notgeld“ ein, wozu nicht nur zahlreiche Millionen- und Billionen-Scheine aus der Inflationszeit 1923 stammen, sondern auch das älteste Notgeld von 1812.

> Kiel, Landesbibliothek, Wall 47/51. Bis 27. Oktober. Di.-Fr. und So. 11-17 Uhr.

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erstellt am 18.Sep.2013 | 07:50 Uhr

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