Beunruhigende Behaglichkeit

Ausschnitt einer Hinterglasmalerei von Cora Korte. Foto: shz
Ausschnitt einer Hinterglasmalerei von Cora Korte. Foto: shz

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13. Mai 2013, 10:02 Uhr

Husum | Cora Kortes Bilder und Lichtobjekte sind reich an Sedimenten und von verstörender Tiefenwirkung. Gekonnt balancieren sie auf dem schmalen Grat zwischen realistischer und abstrakter Malerei, erzeugen ein Gefühl von beunruhigender Behaglichkeit. Sie verblüffen durch ihre Unzweideutigkeit, stiften heilsame Verwirrung. Ihr Werk kann als eine Art fortlaufender Ikonografie des Alltäglichen verstanden werden, in dem literarische Zitate ebenso ihren Platz haben wie spontane Sympathiebekundungen auf einem weggeworfenen und wiedergefundenen Zettel. Dies alles zieht sie in den Äther ihrer Malerei, ordnet es kompositorisch neu an und zu. Offenbar Unerklärliches wird verständlich, während sich scheinbar Vertrautes verrätselt. Ein Tisch oder eine Tasse weisen über ihre physikalische Bedeutung hinaus, beginnen Geschichten zu erzählen. Und im letzten Grund geht es immer auch um unsere Auffassung von Wirklichkeit, um unsere Vorstellung von Wahrheit. Kortes Bilder und Objekte sind auf wohltuend unideologische Weise politisch. Mit Günter Eich mahnen sie: "Alles was geschieht, geht Dich an." Galerie Lüth: Cora Korte - Neue Arbeiten; bis 16. Mai, Mi. bis So., 11 bis 18 Uhr.

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