Hamburg : Beben und Johlen in der Laeiszhalle

Gefeiert: Lawrence Foster und Waltraud Meier. Foto: lukas
Gefeiert: Lawrence Foster und Waltraud Meier. Foto: lukas

Gemeinsam mit dem von Lawrence Foster geleiteten Orchester des Schleswig-Holstein Musik Festivals war Waltraud Meier am Sonnabend in der Hamburger Laeiszhalle zu Gast.

Avatar_shz von
15. August 2011, 09:51 Uhr

Hamburg | Was für ein wunderbares Organ. In jeder Sekunde klingt die Stimme der Mezzosopranistin rund und mit einem warm anmutenden Timbre über den Orchesterklang hinweg. Zusammen mit dem von Lawrence Foster geleiteten Orchester des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) war Waltraud Meier am Sonnabend in der Hamburger Laeiszhalle zu Gast. Herrlich besingt sie die wehmutsvolle Szenerie in Richard Strauss "Vier letzten Lieder". Nach gut 30 Minuten setzt ein Johlen für die Orchesterakademie ein. Es ist der Dank des Publikums. Ein Beben im Parkett der Laeiszhalle folgt - die Anerkennung für Waltraud Meier.
Kurz nach neun. Die musikalische Reise geht weiter und zwar auf den Berg. Morgengrauen, beschwerlicher Aufstieg zum Gipfel, ein höllisches Gewitter und der befreiende Abstieg in gerade einmal 47 Minuten stehen mit Richard Strauss Alpensinfonie auf dem Programm. Das junge Orchester glänzt unter Fosters Anleitung. Wenn mit Paukenschlägen das Gewitter in der Laeiszhalle heraufbeschworen wird, bleibt nur die Frage, ob er es im Mittelteil bei der Dynamik nicht übertrieben hat. Womöglich hätte er hier mehr von der Kraft des Orchesters für das dramatische Finale aufsparen sollen. Fünf Minuten begeisterter Applaus mit Trommeln, Stampfen und Johlen quittieren die Leistung des Abends. Eine Stimmung wie im Fußballstadion - nur ohne Betrunkene und Hooligans; richtig, und ohne Fußball. Dafür aber mit großartiger Musik - und das ist doch auch was.
Die Zugabe folgt. Erneut Strauss, aber Franz Josef. Zum Abschluss erklingt der Walzerkönig für elf schmalzige und unterhaltsame Minuten.
(til, shz)

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen