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Kino-Starts : Apfelkerne aus Schleswig-Holstein im Kino

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Zwischen Idylle und Geheimnis bietet "Der Geschmack von Apfelkernen" viel Platz für schöne Bilder aus Schleswig-Holstein. Verfilmt wurde der gleichnamige Erfolgsroman der Hamburger Autorin Katharina Hagenas.

Hamburg | Etwa  1,25 Millionen Mal hat sich Katharina Hagenas 2008 erschienenes Debüt „Der Geschmack von Apfelkernen“ allein auf Deutsch verkauft.  Der Roman der in Hamburg lebenden Autorin stand lange in den Bestsellerlisten. Jetzt kommen Bilder dazu – teils poetische Leinwandimpressionen idyllischer Landschaften zwischen Apfelbäumen und Gutshäusern, mit denen Regisseurin  Vivian Naefe den Bestseller in Szene setzt.

Mit Kameramann Martin Langer verfilmte Naefe („Die wilden Hühner“) die Familiensaga, für deren „Hauptdarsteller“ der Norden den besten Schauplatz bot. Mehrere wunderschöne Güter in Schleswig-Holstein hatten die Macher besichtigt. Dann stießen sie auf Gut Stendorf am Bungsberg und dessen großen Obstgarten. Es sind das alte Haus und der Apfelgarten von Oma Bertha, die zum Schauplatz der über drei Generationen erzählten Geschichte über die Frauen der Familie werden.

Als Bertha (Hildegard Schmahl) stirbt, erbt ihre Enkelin Iris  –  Darstellerin Hannah Herzsprung ist derzeit wieder in der ARD-Serie „Weissensee“ zu sehen – das alte Haus. Sie kehrt zurück an jenen Ort, an dem sie mit Cousine Rosmarie die Sommerferien verbrachte. Ein Ort, an dem ein Apfelbaum zweimal im Jahr blühte.

Wo über Nacht, als Berthas Schwester starb, rote Johannisbeeren weiß wurden und fortan Gelee aus „Konservierten Tränen“ lieferten. Und wo Tante Inga (Marie Bäumer) Funken aus ihren Fingern sprühen ließ (was Hagenas Vater als Physikprofessor laut seiner Tochter „totalen Quatsch, aber ganz niedlich“ fand).

Es ist ein Ort, der schmerzliche Erinnerungen weckt, denn nicht nur Berthas jüngere Schwester starb dort als 16-Jährige, sondern später auch Harriets (Meret Becker) Tochter und Iris' Cousine Rosmarie mit kaum 16 Jahren. Iris trifft bei ihrer Rückkehr Max, den Bruder einer Jugendfreundin, wieder und sie streift durch den verwilderten Garten und das alte Haus. Immer mehr Erinnerungen aus dem Leben der Frauen der Familie werden wach – immer wieder begibt sich der Zuschauer auf Zeitsprünge.

Das Verknüpfen der Zeit- und Erzählebenen gelingt dem Film ohne Probleme, immer mehr Kapitel der Familienchronik schlägt er auf. Vielleicht zu viele – manchmal wäre man lieber weiter zum Kern durchgedrungen. Es geht um Liebe und Tod, Lügen und Intrigen. Und immer mehr nähern sich etwa Iris' Erinnerungen an jene Nacht, in der sie sich schlafend stellte, als ihre Cousine ihr kurz vor ihrem Tod noch etwas sagen wollte. Jene Nacht, die nicht nur Iris verdrängt hat.

Wenn man den Roman lese, habe man natürlich seine eigenen Bilder im Kopf, sagte Schauspielerin Herzsprung.  „Und dann steht man auf einmal da und alles wird Wirklichkeit“,  so  die 32-Jährige weiter.

Dieser Prüfung muss sich Naefes Film in den kommenden Wochen wohl des öfteren unterziehen lassen, denn nicht wenige ihrer – vermutlich eher weiblichen – Leserschaft dürften  sich im Kinosaal  von der Qualität der Verfilmung überzeugen wollen.Dorit Koch

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erstellt am 25.Sep.2013 | 14:45 Uhr

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