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Hörbuch : Ärger mit dem Gruppenex

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Lange mussten Fans auf Steffi von Wolffs neues Werk warten. Jetzt liest die Autorin ihre skurrile Geschichte "Gruppenex".

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erstellt am 22.Jul.2009 | 01:47 Uhr

Sanni Prinz kommt aus Australien wieder und muss feststellen, dass ihr Mann ein Heiratsschwindler war. Alles ist futsch - ihre Wohnung, das Geld, sogar das Holzklo von König Ludwig, Erbstück aus ihrer reichen Familie.
Zum ersten Mal muss die naive Sanni auf eigenen Füßen stehen. In einer allzu zufällig entstandenen WG trifft sie weitere Ex-Partner ihres Mannes, allesamt belogen, betrogen und finanziell ausgenommen. Die illustre Runde schmiedet einen Racheplan.
So viel versprechend die Idee, so absurd geht es weiter: Steffi von Wolff erspinnt ein absurdes Geflecht zwischen irren Typen auf dem Hamburger Dom, einem tumben Polizisten und der bizarren WG. Dabei wirken die Charaktere allerdings zum Teil allerdings allzu unrealistisch. Das dümmliche "Möhrchen", das seine ungeborenen Drillinge verkaufen möchte und für den nervigen Sohn Titus eine Schnuffeldecke mit blutigen Motiven bestickt wirkt ebenso konstruiert wie nervtötend, wenn sie fordert, ihren Jungen ja nicht zu früh ins Bett zu bringen.
Unlogisch, dass der Witz auf der Strecke bleibt
Auch die Geschichte des allzu erfolgreichen Ex-Manns und notorischen Heiratsschwindlers Mark wirkt zeitweise derart unlogisch, dass der Witz auf der Stecke bleibt. Nun ist man Absurdität bei Steffi von Wolff ja durchaus gewohnt, hier wirkt es allerdings eher schlecht recherchiert, wenn die Autorin eine Figur nach der anderen sagen lässt, dass der Polygamist ja gar keine Straftat begangen habe oder sie den tumben Polizisten Wurzel festnehmen und verhaften verwechseln lässt.
Auch der Zufall, dass die WG sich dadurch zusammenfindet, dass wirklich alle Ex-Partner des Heiratsschwindlers - Männer wie Frauen - von der Nachtwächterin des Panoptikums aufgefunden werden, als sie sich, pleite und obdachlos, im Kabinett als Wachsfigur zu tarnen versuchen, wirkt etwas unbeholfen.
Steffi von Wolff versteht es im Hörbuch, die skurrilen Figuren durchaus abwechslungsreich und unterhaltsam zu Wort kommen zu lassen. Den blutrünstigen Jungen Titus liest sie allerdings ein wenig zu nervtötend, dass der Finger schon leicht über der Stopp-Taste des CD-Spielers zu zucken beginnt. Außerdem wird die Spritzigkeit der Lesung doch zu sehr durch die teils wirklich dümmliche Geschichte getrübt.
Steffi von Wolff: "Gruppenex", 4 CDs, Argon Hörbuch.


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