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Krimi-Wettbewerb “NordMordAward“ : 21 Geschichten über Mord

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die besten Kurz-Krimis aus Schleswig-Holstein, die für den NordMordAward eingereicht wurden, erscheinen jetzt in einem umfangreichen Sammelband.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 08:34 Uhr

Itzehoe | Wie gewinnt man einen Krimi-Schreibwettbewerb? Vielleicht indem man einen Großteil der Konkurrenz an Autoren tötet? Das dachte sich Gitta Edelmann. In ihrem Krimi erzählt die Hobby-Schriftstellerin aus Süddeutschland, wie sie in den Norden reist, um sich für den NordMordAward inspirieren zu lassen. Statt einen Kriminalfall zu erfinden, heckt sie selbst einen teuflischen Plan aus und stellt sich vor, wie sie die anderen Wettbewerbsteilnehmer um die Ecke bringt.

Gitta Edelmann hatte über das Internet vom NordMordAward erfahren, der vom Itzehoer Festival Krimi Nordica und dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag organisiert wird. Gesucht wird der beste Kurzkrimi mit regionalem Bezug zu Schleswig-Holstein. Edelmann reichte ihr Werk ein – wie fast 400 andere Autoren auch. Eine Jury wählte dann die 21 schönsten Geschichten aus, die nun in dem Sammelband „NordMord“ erschienen sind. Gitta Edelmann ist mit ihrer Geschichte „Morden im Norden oder: Der Ring der Äbtissin“ dabei vertreten.

Die 21 Kriminalfälle geben einen schönen Einblick in die Schriftsteller-Seelen der Krimi-Autoren. Es wird gemordet und gemetzelt, gelogen und manipuliert, dass es jedem Krimifan eine wahre Freude ist. Die Todesarten der Opfer sind durchaus regional eingefärbt, was man daran erkennt, dass jemand mit Kohl abgefüllt wird. Auch viele der Motive der Täter passen in den Norden – so gibt es Ärger um Biogasanlagen, Schweinemast und Windräder. Wobei das am häufigsten beobachtete Motiv – der Streit in der Ehe – keine schleswig-holsteinische Besonderheit sein dürfte. Die Vielfalt der Geschichten, die unterschiedlichen Handschriften, was Stil, Erzählweise und Handlungsebenen angeht, erweitern mitunter die Grenzen des Krimi-Genres.

Sich regionale Kriminalfälle auszudenken scheint eine Leidenschaft von Frauen zu sein, denn von den 21 Geschichten des NordMordAward sind 17 von Frauen verfasst worden. Im gesamten Wettbewerb standen 249 Damen 144 Herren gegenüber.

Liest man die 21 Kurzkrimis der Anthologie, wird Schleswig-Holstein, das Bundesland zwischen den Meeren, das sonst meist als Idyll mit netten, wortkargen Einwohnern dargestellt wird, in ein anderes Licht gerückt. Da kann einem Touristen beim Lesen schon mulmig zumute werden.

Die Jury-Mitglieder des NordMordAward haben unter den 21 Krimis zehn ausgewählt, die für den Preis in Frage kamen. Sie haben ihre Entscheidung getroffen, der Sieger wird aber erst am 2. November bekannt gegeben.

Neben dem NordMordAward gibt es noch einen weiteren Preis, der vergeben werden soll – den Publikumspreis der Leser des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages. Über diesen kann derzeit abgestimmt werden. Die Krimi-Kurzgeschichten werden noch bis zum 12. Oktober im Schleswig-Holstein Journal und auf dem Online-Portal shz.de veröffentlicht, am Ende entscheiden die Leserinnen und Leser, wer den Publikumspreis und damit die 500 Euro gewinnt. Der Zweitplatzierte erhält noch 300 Euro, der Drittplatzierte 200 Euro. Der Publikumspreis wird am 2. November gemeinsam mit dem NordMordAward im Theater Itzehoe vergeben.

Gitta Edelmann kann sich dann leider keine Hoffnungen auf einen der Preise machen. Sie hat es mit ihrem Krimi zwar in den Sammelband geschafft, allerdings nicht unter die besten zehn. Es wäre vielleicht anders gekommen, hätte sie aus Fantasie Ernst gemacht.

> NordMord – Die besten Kurzkrimis von der Waterkant, Ellert & Richter, 192 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3831905430. Das Buch ist im Handel, in allen Kundencentern des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags und auch bei der Touristinfo Itzehoe, Breite Straße 4, erhältlich. Die Abstimmung des NordMordAward findet unter www.shz.de/nordmordaward statt.

Infos: http://www.kriminordica.de.


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