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Getreideernte : Kühl und nass: Schleswig-Holsteins Bauern ziehen erste Ernte-Bilanz

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In Deutschland war der Sommer heiß und trocken - nur nicht in Schleswig-Holstein. Die Bauern freut's.

Schleswigs-Holsteins Bauern sind zufrieden mit der diesjährigen Getreide- und Rapsernte. „Die Ernte fiel besser aus als zunächst erwartet“, erklärte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Dienstag in Altwittenbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde). „Die Mitte Juli angenommenen Erträge bei Gerste und auch bei Weizen sind merklich nach oben korrigiert worden, so dass wir von einer guten bis sogar sehr guten Getreideernte sprechen können“, sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer, Claus Heller. Wermutstropfen seien jedoch die niedrigen Erzeugerpreise. Da in diesem Jahr die drittgrößte Getreideernte weltweit erwartet wird, seien die Preise am Weltmarkt in den vergangenen Wochen stark gefallen, erklärte Heller.

Während in großen Teilen Deutschlands eine Dürre zum Teil drastische Auswirkungen auf die Ernteergebnisse zeigt, habe Schleswig-Holstein auch in diesem Jahr seinen Ruf als eine der Kornkammern des Landes bestätigen können, sagte Habeck: Mehr als 50 Prozent der Weizenernte werden traditionell exportiert.

Trotz eines nassen und vergleichsweise kühlen Wetters im nördlichsten Bundesland wird nach Angaben des Statistik-Amtes in diesem Jahr eine Getreideernte von 2,9 Millionen Tonnen erwartet - das sei knapp vier Prozent mehr als im Vorjahr. Rund zwei Drittel davon entfallen auf Winterweizen. Grund für die Steigerung ist den Angaben zufolge eine Erweiterung der Anbaufläche um 2500 Hektar auf nunmehr 191.000 Hektar. „Zwar sind die Erträge nicht so gut wie im vergangenen Rekordjahr, liegen aber dennoch über dem langjährigen Durchschnitt“, sagte Heller. Derzeit stehen noch rund 20 Prozent des Weizens auf den Halmen - vor allem auf den schweren Böden an der Westküste.

Wichtig für die Landwirte ist dabei die Qualität ihrer Ernte. Dazu gehören die sogenannten Fallzahlen - ein Kriterium zur Bestimmung der Backqualität - sowie die Proteingehalte, die ebenfalls darüber entscheiden, ob Weizen als Brot- oder als Futterweizen verkauft werden kann. Weizen mit niedrigen Proteingehalten eignet sich nicht zum Brotbacken und kann nur mit Preisabschlägen als Futtergetreide vermarktet werden. Heller bezeichnete die Qualitäten des Winterweizens als zufriedenstellend. Es werde ausreichend Brotweizen zur Verfügung stehen, sagte er.

Beim Winterraps sind die Ernteergebnisse dank eines milden Winters und eines guten Frühjahrs letztendlich zufriedenstellend. Nach Angaben des Statistikamtes werden durchschnittlich 4,3 Tonnen pro Hektar geerntet. Das entspricht bei einer Anbaufläche von 91.000 Hektar einer Erntemenge von knapp 400.000 Tonnen. Es würden jedoch eher niedrigere Ölgehalte als im Vorjahr erwartet, hieß es bei der Landwirtschaftskammer.

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erstellt am 25.Aug.2015 | 07:10 Uhr

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