Segelschulschiff : Kostenexplosion bei der „Gorch Fock“: Reparatur soll 100 Millionen Euro kosten

Gorch_Fock

Die „Gorch Fock“ liegt seit 2015 auf dem Trockenen. Erst in der Werft Elsfleth nun in Bremerhaven.

Um das Schiff instand zu setzen, hat die Werft einen finanziellen Mehrbedarf angemeldet.

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30. Januar 2018, 11:38 Uhr

Kiel | Das scheint teuer zu werden: Statt der ursprünglich geplanten 75 Millionen Euro für die Reparatur des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ ist jetzt hinter vorgehaltener Hand von 100 Millionen Euro die Rede, wie die Wilhelmshavener Nachrichten und die Kieler Nachrichten berichten.

Damit das Schiff zeitgerecht wieder zu Wasser gelassen werden kann, hat die Werft einen erneuten finanziellen Mehrbedarf angemeldet, teilte ein Sprecher des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr auf Anfrage der „Wilhelmshavener Zeitung“ mit. Die Kosten sollen bei 100 Millionen Euro liegen. Das Bundesamt bestätigte diese Zahl nicht, noch äußerte es sich zu einer Summe der Mehrkosten. Die Nachforderung der Werft liegt jetzt im Ministerium und wird geprüft. In den kommenden Tagen wird mit einer Entscheidung gerechnet. Die Bundeswehr prüfe aktuell die Forderung. „Erst anschließend wird eine Entscheidung getroffen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass das Budget für die Instandsetzung für das 59 Jahre alte Schiff nach oben korrigiert werden muss. Der Dreimaster wird in der Bremerhavener Bredo Werft repariert.

  • Anfänglich war eine Liegezeit von einem halben Jahr und einem Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro geplant.
  • Doch die Substanz des Segelschulschiffs war schlechter als zunächst angenommen. Bereits Ende 2016 ging die Marine von einem Investitionsvolumen von 35 Millionen.
  • Nach weiteren Befunden dann von 75 Millionen aus.

Die Summe bewilligte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im vergangenen Januar. Für dieses Geld gibt es eine Rundumerneuerung für die „Gorch Fock“. 80 Prozent der Außenhaut des Rumpfes, das Teakholzdeck, die drei Masten, die Rahen und das Kartenhaus werden erneuert. Zudem werden die Motoren überholt, sowie Sicherheitschecks und Konservierungsarbeiten durchgeführt.

Nach der Rückkehr aus der Werft soll zunächst nur die Stammbesatzung an Bord gehen, Offiziersanwärter erst 2019. Die Marine prüft deshalb einen Ersatz. Wegen des Ausfalls der Bark waren deutsche Offiziersanwärter bereits im vergangenen Jahr mit dem rumänischen Großsegler „Mircea“ zu einer Ausbildungsfahrt in See gestochen. Beide Segler sind Schwesterschiffe, die bei Blohm&Voss in Hamburg gebaut wurden.

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