Entscheidung : Kommt heute das Aus für die Nautics?

Charterschiffe und Budenstadt: Das bisherige Nautics-Konzept zog Zehntausende in die Flensburger Innenstadt - jetzt droht Konkurrenz. Foto: Staudt
Charterschiffe und Budenstadt: Das bisherige Nautics-Konzept zog Zehntausende in die Flensburger Innenstadt - jetzt droht Konkurrenz. Foto: Staudt

Flensburgs maritime Großveranstaltung im Duell mit einem Zweitbewerber: Historischer Hafen will Privatveranstalter ablösen.

shz.de von
09. April 2013, 02:22 Uhr

Flensburg | Heute entscheidet der Hauptausschuss, wie Flensburg künftig das zweite große Hafenfest nach dem Dampf-Rundum feiern wird. Zwischen 2004 und 2012 hieß diese Veranstaltung im Zwei-Jahres-Rhythmus "Flensburg Nautics", ausgerichtet vom Veranstalter-Duo Michael Reinhardt und Hans-Jürgen Edelhoff. Für 2014 sind die beiden aber nicht mehr gesetzt. Der Historische Hafen hat den Hut in den Ring geworfen. Er tritt mit "Flensburg Maritim" an.

Das kommt nach der Begleitmusik zu den Nautics 2012 nicht völlig überraschend. 2012 gerieten die langjährigen Partner Michael Reinhardt und Hans-Jürgen Edelhoff über Kreuz. Ein Konflikt über die Urheberrechte an den "Nautics" führte bis hin zur kuriosen Situation, dass Edelhoff parallel zu seinem Ex-Partner Michael Reinhardt eine eigene Großveranstaltung beantragte. Die Stadt aber hatte Reinhardt als legitimen Rechteinhaber gesetzt. Erst als dem Erfinder des Tummelums kurzfristig der Ersatzmann für die Organisation des maritimen Programms abhanden kam, rückten die beiden Streithähne wieder zusammen. Das war die Phase, in der innerhalb der Verwaltung laut darüber nachgedacht wurde, ob man diese maritime Großveranstaltung nicht auch anderen anbieten könne.

Konkurrenz für Nautics-Konzept

Das scheint nunmehr geschehen zu sein. Die Ausschussmitglieder haben zwei unterschiedliche Veranstaltungskonzepte zur Auswahl. Edelhoff und Reinhardt bewerben sich mit den bekannten "Nautics" als maritimes Bürgerfest mit zahlreichen Schiffen, Buden, Bühnen und Darstellungsfläche für das Ehrenamt, der Historische Hafen bringt einen alten Flensburger Bekannten ins Spiel: Rainer Prüß.

Der Miterfinder der Rum-Regatta und erfolgreiche Unternehmungs-Designer hat ein Konzept entworfen, das mit dem Anspruch eines neuen maritimen Veranstaltungstyps antritt: Unter dem Titel "Maritime Woche" oder "Flensburg Maritim" will Prüß nicht nur ein verlängertes Wochenende sondern eine ganze Woche mit Unterhaltung und wissenschaftlich/wirtschaftlichen Schwerpunkten bespielen. Prüß stellt sich vor, maritime Traditionalität und Modernität in Kongressen und Tagungen mit der Welt der gehobenen Unterhaltung zu kombinieren. Bisher sei das maritime Image der Fördestadt zum überwiegenden Teil mit der Schifffahrtsgeschichte verbunden. Diese Zuordnung sei richtig - bilde aber nur einen Teil der tatsächlichen maritimen Kompetenz in Flensburg und Umgebung ab.

Beispielhaft nennt der Autor Stichworte wie Internationale Treffen unterschiedlichster interessanter Schiffe, maritime Vorträge mit wechselndem Schwerpunkten, Internationales Songfestivals mit Gruppen von der Bretagne bis zu Aaland-Inseln, schwimmende Bühnen, Sommergästesegeln, Schiffssimulator-Fahren (" . . . und dann vierkant in die Schleuse"), Wasserkunst auf Wasserbühnen, Bootsmesse, Match-Races und vieles mehr.

Weil es an der hart umkämpften Flensburger Küste nur einen geben kann, würde die Annahme des Prüß-Konzeptes definitiv die Absage an Reinhardt und Edelhoff bedeuten. Natürlicher Partner von "Flensburg Maritim" sei der Historische Hafen, der bereits deutsch-dänische Segel- und Kulturveranstaltung Veranstaltung Kongelig Classics und die Rum-Regatta erfolgreich organisiert. Die gemeinnützige GmbH - maßgeblich durch Prüß initiiert - ist ein Zusammenschluss der Vereine Museumshafen, Salondampfer Alexandra, Klassische Yachten und Schifffahrtsmuseum.

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