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Wildschweine in Heide : Kommentar: Jäger müssen die Sauerei bekämpfen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wildschweine breiten sich aus. Was kann man dagegen tun? Einfach ist die Antwort nicht.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2017 | 10:17 Uhr

Das Schwein kommt aus dem Maisfeld. Nicht nur die Tiere, die am Freitag in Heide ihr Unwesen trieben und mehrere Menschen verletzt haben. Seit Jahren ist klar, warum sich die Wildschweine in Gebieten ausbreiten, in denen sie früher nicht vorkamen: Vor allem durch die Veränderung der Kulturlandschaft, den Klimawandel und die Landwirtschaft mit ihren vielen Maisfeldern bekommen die Tiere dort jede Menge Nahrung und einen attraktiven Lebensraum.

Doch was kann man tun, damit die Schweinerei nicht überhand nimmt und noch mehr Menschen durch Wildschweine zu Schaden kommen?

Einfach ist die Antwort nicht. Darauf zu warten, dass sich natürliche Feinde der Wildschweine wie etwa Wölfe etablieren, scheint weder sinnvoll noch gesellschaftlich gewollt. Sicher macht es Sinn, gegen den Klimawandel vorzugehen und die Vermaisung der Landschaften wieder einzugrenzen. Vermutlich wird das aber lange dauern, die Schweine breiten sich aber schnell aus. Die Tiere nicht mehr zu bejagen und darauf zu hoffen, dass sich die Natur dann selbst reguliert, scheint mehr als zweifelhaft – auch wenn das einige Jagdkritiker für sinnvoll halten.

Zwar scheint erwiesen, dass sich Wildschweine stärker vermehren, wenn sie bejagt werden – allerdings werden sie auch nicht konsequent geschossen. Man kann Jäger verstehen, die „ihre“ Bestände schützen wollen. Doch Schonung über die Schonzeiten hinaus ist kontraproduktiv. Ein massiver Eingriff in die Bestände – auch bei den Sauen – ist nötig, um des Problems Herr zu werden. Alle die, die dann auf die bösen Jäger schimpfen, weil die Tiere töten, sollten bedenken, dass vernünftige Jäger mit Augenmaß die Natur dort regulieren, wo sie es selbst nicht mehr schafft. Und damit sind sie – genau – Schützer der Umwelt.

 
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