zur Navigation springen

Landtagswahl 2017 in SH : Kommentar: Die jungen Wähler und die vertane Chance

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei der Landtagswahl durften Jugendliche zum ersten Mal mitbestimmen - doch die jungen Wähler verpassten ihre Chance.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2017 | 20:18 Uhr

Experiment gescheitert! Erstmals durften am Sonntag auch Jugendliche ab 16 Jahren den neuen Landtag mitbestimmen. Doch noch bevor sie zum ersten Mal in ihrem Leben ein Wahllokal  betraten, machte sich bei ihnen die Wahlmüdigkeit breit. Fast die Hälfte blieb zu Hause. Aus Bequemlichkeit, Desinteresse oder Unwissenheit. Die verdiente Quittung: Ein Wahlsieger, den die Erstwähler gar nicht wollten. Schließlich stimmten unter den 16- bis 24-Jährigen 26 Prozent für die SPD und nur 22 Prozent für die CDU. Die Grünen erreichten überdurchschnittliche 19 Prozent. Und so erlebten die jungen Schleswig-Holsteiner das, was ihren Altersgenossen in Großbritannien und den USA bereits im vergangenen Jahr widerfuhr. Dort war man gegen den Brexit und gegen Donald Trump, verzichtete jedoch am Wahltag auf die Stimmabgabe. Die Folgen sind bekannt.

 

Ein Debakel ist die schwache Wahlbeteiligung unter Jugendlichen auch für SPD und Grüne. Trotz aller Warnungen haben sie das Wahlalter auf 16 abgesenkt. Das Kalkül dahinter: Junge Menschen wählen – wie das Wochenende einmal mehr bestätigte – tendenziell eher links. Die viel kritisierte Entscheidung der Küstenkoalition sollte vor allem dem eigenen Machterhalt dienen. Doch auch dies half nicht. Wieder wurde die Wahl durch die Senioren entschieden. 46 Prozent der Wähler über 70 Jahren stimmten für die CDU. Bei den 60- bis 69-Jährigen waren es 33 Prozent. Da die Wahlbeteiligung der älteren Generation überdurchschnittlich hoch war, wurde sie erneut zum Königsmacher.

Die jungen Wähler haben es hingegen verpasst, ihren – aus demografischen Gründen ohnehin – schwachen Einfluss auf Wahlentscheidungen zu erhöhen. Forderungen nach einer Absenkung des Wahlalters auch auf Bundesebene lassen sich nun nicht mehr rechtfertigen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen