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Flughafen Lübeck : Kommentar: Airport-Rettung ist eine Erleichterung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wer nicht an die Wirtschaftlichkeit glaubt, muss die Folgen einer Abwicklung im Kopf haben, kommentiert Karin Lubowski.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2016 | 10:25 Uhr

Lübeck | Lübecks Flughafen ist gerettet. Wieder einmal. Winfried Stöcker heißt diesmal der Investor, vor ihm versuchten sich die Hansestadt selbst, die neuseeländische Firma Infratil, dann wieder Lübeck, dann ein deutsch-ägyptischer Geschäftsmann, dann ein chinesischer am Unternehmen Verkehrsflughafen. Mit Stöcker nimmt jetzt ein einheimischer Geschäftsmann die Sache in die Hand, noch dazu einer, dessen Unternehmen Euroimmun gleich neben dem Flughafen Blankensee liegt und der – Zeichen von Konstanz – schon einmal Interesse am Airport signalisierte hatte.

Die Kaufverträge sind beurkundet. Bürgermeister Bernd Saxe ist – wieder einmal – zuversichtlich, dass der Flughafen eine gute Entwicklung nehmen werde. Insolvenzverwalter Klaus Pannen freut sich – wieder –, dass sich eine Perspektive aufgetan hat. Und Winfried Stöcker malt eine gute Zukunft: „Urlauber erreichen uns ohne lange Strapazen, und wir kommen bequemer in den Süden Deutschlands. Die Destinationen der Länder Europas und der anderen Kontinente rücken in unsere Nähe!“

Das hört sich doch gut an. Noch allerdings herrscht diese Wirklichkeit: Es gibt keine Fluglinie mehr, mit der man in den Süden fliegen könnte, und als es sie noch gab, mangelte es den Billigfliegern an Kundschaft. Eine Million Passagiere jährlich hatte der vorige chinesische Investor im Visier. Ob die für eine schwarze Null in den Geschäftsbüchern reichen, weiß keiner, denn so viele Passagiere hatte Blankensee noch nie.

Die jüngste Airport-Rettung ist eine Erleichterung, für die Beschäftigten am Flughafen, für seine Befürworter. Und auch wer nicht an die Wirtschaftlichkeit eines Lübecker Flughafens zu glauben vermag, muss zumindest die zig Millionen Euro hohen finanziellen Folgen einer Abwicklung im Kopf haben.

Fortsetzung folgt.

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