„Aida Nova“-Bauteil : Knappes Spiel im Nord-Ostsee-Kanal

Der niederländische Schlepper „Multratug 4“ bugsierte am Sonntag als Zugschlepper und der Deutsche Schlepper „Bugsier 6“ als Schubschlepper das Modul durch den Nord-Ostsee-Kanal.

Der niederländische Schlepper „Multratug 4“ bugsierte am Sonntag als Zugschlepper und der Deutsche Schlepper „Bugsier 6“ als Schubschlepper das Modul durch den Nord-Ostsee-Kanal.

Erneut quetscht sich ein gigantisches Modul der neuen „Aida Nova“ durch Schleusen und Kanal.

shz.de von
03. Dezember 2017, 13:34 Uhr

Kiel | Maßarbeit die Crews der Schlepper „Multratug 4“ und „Bugsier 6“: In der frühen Morgendämmerung passierte am Sonntag das zweite und letzte Maschinenraum-Modul für das künftige Kreuzfahrtschiff „Aida Nova“ die Schleuse Kiel-Holtenauer.

Aufgrund der außergewöhnlichen Größe musste eine Ausnahmegenehmigung für den Transport erteilt werden. Die Einfahrt in die große Nordkammer der Schleuse gestaltete sich als anspruchsvoll: Die Nutzbreite liegt bei maximalen 42 Metern Breite.

Der niederländische Schlepper „Multratug 4“, der als Zugschlepper und der Deutsche Schlepper „Bugsier 6“, der als Schubschlepper bei diesem Transport fungierte, bugsierten mit äußerster Vorsicht die Schiffssektion in die Schleuse. Ein knappes Spiel in der Kammer: Das Schwimmteil, das auch als Floating Engine Room Unit (FERU) bezeichnet wird, besitzt eine Breite von 42 Metern und eine Länge von 120 Metern.

Dabei handelt es sich um das Maschinenraum-Modul des künftigen Kreuzfahrtschiffes „Aida Nova“. Es wurde auf der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde gefertigt und ist nun auf dem Weg zur Endmontage auf der Meyer Werft in Papenburg.

Mit 42 Metern Breite und 120 Metern Länge bestand an der Holtenauer Schleuse nur wenig Spielraum.
Rolf Dunkel

Mit 42 Metern Breite und 120 Metern Länge bestand an der Holtenauer Schleuse nur wenig Spielraum.

 

Bereits am 26. September ging das erste von zwei „Aida Nova“-Modulen auf dieselbe Weise als Transport durch den Nord-Ostsee-Kanal. In dem vier Deck hohen Bauteil sind drei LNG-Tanks verbaut. Zwei davon haben nach Angaben der Reederei jeweils eine Länge von 35 Metern, einen Durchmesser von acht Metern und einem Fassungsvermögen von je 1.550 Kubikmetern.

In 365 Tagen, am 2. Dezember 2018, soll das weltweit erste Kreuzfahrtschiff mit dem derzeit umweltfreundlichsten immissionsärmsten fossilen Treibstoff in den Betrieb gehen. Ab Hamburg soll dann die erste Saison mit Kurs auf die Kanarischen Inseln starten.

Der der Bau des baugleichen Schwester-Schiffes mit rund 2.600 Kabinen ist nach Angaben der Reederei im Frühjahr 2021 geplant.

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