Klimawandel: Einzelne Krokusse schieben bereits ihre Kelche aus dem Boden

Schau an: Im Schlosspark könnten in Kürze schon vereinzelt Krokusse sprießen.
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Schau an: Im Schlosspark könnten in Kürze schon vereinzelt Krokusse sprießen.

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04. Januar 2018, 12:19 Uhr

Husums Krokusse führen ein Eigenleben. Und das nimmt weder auf gärtnerische Bedürfnisse noch auf die Begehrlichkeiten derer, die ihnen zu Ehren ein eigenes Fest ins Leben gerufen haben, Rücksicht. Und in diesem Jahr sind die Vorboten der legendären Husumer Krokusblüte „besonders vorwitzig“, berichtet Dirk Dibbern, Teamleiter beim Kommunalen Service-Betrieb Husum (KSH) – und als solcher oberster Wächter der alljährlichen Blütenpracht.

Nein, unruhig mache es ihn nicht, dass die ersten Krokusse ihre Kelche bereits aus dem Boden schöben. Der Experte führt als Grund für das frühe Aufleben einzelner Krokusse einen Winter an, „der keiner ist und so schnell wohl auch keiner werden wird“. Tatsächlich legen die Daten einschlägiger Wetterportale die Vermutung nahe, dass ein massiver Temperatursturz in den kommenden zwei Wochen nicht zu erwarten ist. Das dürfte das Wachstum der Krokusse weiter befördern.

Aber die feucht-milde Witterung hat eben auch eine Kehrseite, die Krokusse gar nicht schätzen. Die haben es lieber trocken und mild. Doch im Augenblick ist es – wie schon das ganze vergangene Jahr – extrem feucht. Gleichwohl macht sich Dibbern über Zeitpunkt und Ausmaß der Blüte keine Gedanken. Da sei noch alles drin, sagt er nüchtern.

Natürlich habe sein Team im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres alles getan, um der Krokusblüte 2018 einen möglichst guten Start zu bereiten. Dazu gehört, dass die Rasenflächen erst im Juli gemäht werden, „damit sich Krokus-Saat und Pflanzen erholen und optimal entwickeln können. „Außerdem überprüfen wir alle drei Jahre den PH-Wert des Bodens und führen gegebenenfalls Dünger zu“, sagt Dibbern. Das sei auch 2017 wieder gemacht worden. Den Rest aber muss die Natur selbst regeln. Das dazugehörige Husumer Krokusblüten-Fest indes soll am 24. und 25. März über die Bühne gehen.

Laut einer Tabelle, die 1970 beginnt, geht die bisher früheste Blüte auf das Jahr 1990 zurück. Damals standen die Zeichen bereits Mitte Februar auf lila. Die längste Wartezeit mussten Krokusblüten-Freunde 2013 erdulden. Damals überschwemmte das Blütenmeer den Schlossgarten erst am 11. April. Im vergangenen Jahr legte die Blüte dagegen eine Punktlandung hin und fiel fast auf den Tag genau mit dem nach ihm benannten Fest zusammen.

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