Nach Bornhöved auch in Trappenkamp : Keuchhusten an zweiter Segeberger Schule gemeldet

<p>Keuchhusten verbreitet sich aktuell wieder.</p>

Keuchhusten verbreitet sich aktuell wieder.

An der Grundschule mit Förderzentrum in Trappenkamp hat es einen Fall von Keuchhusten gegeben. Die Zahlen der Infizierten in SH steigen.

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09. März 2018, 11:02 Uhr

Trappenkamp | Am Donnerstag ist ein weiterer Fall von Keuchhusten im Kreis Segeberg gemeldet worden. Dies berichteten die Lübecker Nachrichten und beziehen sich auf Schulrat Jürgen Hübner. Bereits vor einer Woche gab es ein Keuchhusten-Fall an einer Schule in Bornhöved.

In Trappenkamp fand der Unterricht in der Grundschule am Donnerstag weiterhin statt. Die Maßnahmen im anliegenden Förderzentrum fielen aber zunächst aus. 49 Schülerinnen und Schüler seien mit einem Betreuungsverbot belegt worden. In der Schule werden insgesamt 230 Kinder unterrichtet. Das zuständige Gesundheitsamt soll ein Betreuungsverbot für vier Lehrkräfte ausgesprochen haben. Das gelte ebenso für zwei Betreuungskräfte des Ganztagsangebots.

Ob die beiden Fälle im Kreis Segeberg im Zusammenhang stehen, ist bisher noch unklar.

Keuchhusten – Übertragung, Inkubationszeit, Symptome

Was ist Keuchhusten?

Keuchhusten wird durch Bakterien ausgelöst und ist hoch ansteckend. Weltweit ist Keuchhusten eine der häufigsten Infektionskrankheit der Atemwege. Der Keuchhusten-Erreger bildet Giftstoffe, welche die Schleimhäute der Luftwege schädigen.

In Deutschland ist die Mehrheit der Kinder gegen Keuchhusten geimpft. Hier trifft die Krankheit daher zunehmend nicht ausreichend geschützte Jugendliche und Erwachsene.

Menschen jeden Alters können sich nach einer überwundenen Erkrankung erneut anstecken. Der Schutz nach einer Erkrankung hält ca. 7 bis 20 Jahre und nach Impfung ca. 3,5 bis 12 Jahre.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Keuchhusten-Erreger werden von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Husten, Niesen oder Sprechen können sich die Bakterien über winzige Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum bis zu einem Meter in der Luft weiter verbreiten und eingeatmet werden. Beinahe jeder Kontakt zwischen einem Erkrankten und einem ungeschützten Gesunden führt zu einer Ansteckung.

Die Erreger können möglicherweise vorübergehend auch einen Gesunden mit Impfschutz besiedeln. Der Geimpfte erkrankt dann zwar selber nicht, er kann die Bakterien aber möglicherweise trotzdem an andere weitergeben.

Wann bricht die Krankheit aus und wie lange ist man ansteckend?

Meist sieben bis zehn Tage, manchmal auch bis zu drei Wochen, nach Ansteckung treten die ersten Krankheitszeichen auf. Bereits kurz vor dem Auftreten der ersten Beschwerden sind Erkrankte ansteckend.

Die Gefahr einer Übertragung ist am höchsten in der Erkältungsphase, noch bevor die typischen Hustenanfälle auftreten. Sie hält für etwa drei Wochen nach Beginn der Hustenattacken an.

Säuglinge können den Erreger auch länger ausscheiden. Wird Keuchhusten mit einem Antibiotikum behandelt, verkürzt sich die Übertragungsfähigkeit auf rund fünf Tage nach Beginn der Behandlung.

Welche Symptome gibt es?

Zu Beginn für etwa ein bis zwei Wochen leichte Erkältungs-Beschwerden mit Schnupfen, Husten und Schwächegefühl, aber nur selten Fieber.

Phase der Husten-Erkrankung. Typisch ist ein langwieriger, trockener Husten, anfallsweise auftretende, krampfartige Hustenstöße, die häufig mit dem typischen keuchenden Einziehen der Luft enden. Bei vielen Betroffenen taucht der Husten häufiger nachts als tagsüber auf. Oft führen die Hustenanfälle zum Herauswürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen. Die Patienten leiden unter Appetit- und Schlaflosigkeit. Fieber tritt selten auf.

In der sechs bis zehnwochigen Erholungsphase klingen die Hustenattacken allmählich ab. Noch monatelang können aber kalte Luft, körperliche Anstrengung oder Zigarettenrauch Reizhusten auslösen.

Insgesamt ist die Anzahl der Keuchhustenanfälle im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein deutlich gestiegen. 2017 wurden 440 Infektionsfälle gemeldet, 2016 waren es nur 325. Das ist ein Anstieg von 35,4 Prozent, meldete die AOK Nord-West. In Schleswig-Holstein seien vor allem Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 14 betroffen. Das teilte heute die AOK Nord-West auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit. „Aufgrund dieser Entwicklung raten wir, unbedingt die empfohlenen Impfungen insbesondere bei Säuglingen und Kindern vorzunehmen“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Aber nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen war ein Anstieg der Infektionsfälle zu verzeichnen. In der Altersgruppe 50 bis 59 Jahre hat sich die Zahl der Infektionsfälle in 2017 gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt, im Alter von 70 bis 79 Jahren sogar verdreifacht. Für Erwachsene wird deshalb auch die Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten seit 2009 von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Sie wird einmalig als Kombinationsimpfung mit der Impfung gegen Tetanus und Diphterie durchgeführt. „Zu der Impfung wird geraten, weil weder eine durchgemachte Erkrankung noch die empfohlene Grundimmunisierung im Kindesalter ein Leben lang vor der Erkrankung schützen", so Ackermann.

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