Ferienjobs in SH : Kellnern statt baden in den Sommerferien

Wer einen Ferienjob sucht, wird in der Gastronomie oder im Einzelhandel fündig.
Wer einen Ferienjob sucht, wird in der Gastronomie oder im Einzelhandel fündig.

Ein Nebenjob statt Urlaub am Mittelmeer: Viele Jugendliche nutzen die Sommerferien, um das Taschengeld aufzubessern. Arbeit gibt es für sie im Gastronomiebereich und im Einzelhandel.

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09. Juli 2014, 14:17 Uhr

Kiel | Der Ferienstart steht vor der Tür und viele junge Schleswig-Holsteiner freuen sich auf die freie Zeit. Während einige in den Urlaub fahren, möchten andere die sechs Wochen nutzen, um ihr Taschengeld aufzubessern und schon erste Berufserfahrungen zu sammeln. Auch wenn die Nebenjobs nicht mehr so zahlreich vorhanden sind wie noch vor ein paar Jahren, können die Jugendlichen etwas finden, wenn sie bereit sind, in Cafés oder Restaurants zu kellnern oder Eis zu verkaufen.

Freie Stellen sind jedoch nicht auf einer zentralen Internetseite für Ferienjobs, wie beispielsweise jene der Arbeitsagentur, zu finden. Horst Schmitt von der Agentur für Arbeit rät den Jugendlichen deshalb, sich frühzeitig bei Firmen und im sozialen Umfeld zu erkundigen. „Oft eignen sich die Eltern als Arbeitgeber, denn sie wissen genau, wobei ihre Kinder helfen können“, sagt er. Dass die Jobsuche nicht einfach ist, weiß auch er. „Die Betriebe sollten angesichts des Themas Fachkräftemangel mehr Schülern die Chance geben, über einen Ferienjob erste Berufserfahrungen zu sammeln“, erklärt er. „Manchmal sind die Ferienjobber von heute die Azubis von morgen.“

Gibt es noch Ferienjobs?

Normalerweise sollten Schüler mehrere Wochen vor Ferienbeginn aktiv werden und alle Möglichkeiten nutzen. Es werden jedoch oft Stellen kurz vor Ferienbeginn gemeldet. Deshalb können sich Jugendliche auch kurzfristig bei der Arbeitsagentur vor Ort melden oder die Jobbörse im Internet nutzen.

In welchen Bereichen werden Jobs für Schüler angeboten?

Es werden schwerpunktmäßig Jobs in der Gastronomie und im Einzelhandel angeboten.

Wo können sich Schüler informieren?

Die besten Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler bestehen darin, Jobbörsen und familiäre Kontakte zu nutzen oder direkt in Betrieben nachzufragen.

Worauf müssen sie achten?

Es werden landesweit nur wenige Ferienjobs für Schüler zwischen 15 und 18 Jahren in den Arbeitsagenturen gemeldet. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum einen schränken Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes über die Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen die Jobsuche ein. Hinzu kommt die geringere Mobilität, denn häufig haben die jungen Leute keinen Führerschein oder kein eigenes Auto. Außerdem stehen die Schüler in Konkurrenz mit Studierenden oder Minijobber mit Berufserfahrung.

Was müssen Betriebe beachten?

Für Betriebe ist es nicht immer problemlos, einen Schüler zu beschäftigen, denn sie müssen sich an die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes halten. Das Jugendarbeitsschutzgesetz verbietet 17-Jährigen schwere körperliche oder gefährliche Arbeit. Dazu zählen das Tragen von schweren Gegenständen, das Hantieren mit Chemikalien oder Akkordarbeit. Die Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche darf nicht überschritten werden, auch nicht der Arbeitszeitraum zwischen 6 und 20 Uhr. Außerdem stehen den jungen Leuten regelmäßige Pausen zu. Bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb und bis zu sechs Stunden am Tag müssen Schüler mindestens eine halbstündige Pause bekommen. Arbeiten sie mehr als sechs Stunden, steht ihnen sogar eine Stunde zu.

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