Landesweite Aktion : Katzen-Kastration: Land verdoppelt seinen Zuschuss

Dank der Aktionen gibt es in Tierheimen bis zu 30 Prozent weniger Fundkatzen.

Dank der Aktionen gibt es in Tierheimen bis zu 30 Prozent weniger Fundkatzen.

Die Aktion ist ein wichtiger Beitrag zum Kampf gegen das Elend wilder Katzen. Nach Abrechnungsproblemen ist die nächste Auflage für den Herbst geplant.

Kay Müller von
29. Mai 2018, 17:10 Uhr

Kiel | Alle wollten es, es gab sogar Geld  – doch am Ende fand in diesem Frühjahr keine landesweite Katzenkastration statt, mit der das Problem der geschätzt über 75.000 in Schleswig-Holstein wild lebenden und oft kranken Katzen eingedämmt werden sollte. Schuld waren laut Kommunen und Tierärztekammer ein fehlendes Abrechnungssystem bei den Kommunen.

Das Land hatte im Haushalt 90.000 Euro bereitgestellt, um die Kastrationsaktion mitzufinanzieren – allerdings unter der Bedingung, dass die Kommunen ebenfalls 90.000 Euro bereitstellen. „Das Problem ist, dass wir dafür keine gemeinsame Kasse der Kommunen haben“, sagt der Geschäftsführer des Gemeindetages, Jörg Bülow. Deshalb könne auch kein pauschaler Betrag in den Fonds zur Katzenkastration, den die Tierärztekammer verwaltet, eingezahlt werden. Wer dann aber wann und wie abrechnet, war lange unklar.

Wohl auch deshalb hat das Umweltministerium jetzt reagiert. „Wir haben entschieden, den Beitrag, den die Kommunen übernehmen sollten, ebenfalls in den Fonds einzuzahlen“, sagt Sprecher Joschka Knuth. „Es ist beabsichtigt, im Herbst eine Katzenkastrations-Aktion durchzuführen. Der biologisch sinnvollste Zeitraum für die Kastration von Katzen liegt zwischen Mitte Oktober und Mitte November.“

Bis zu 30 Prozent weniger Fundtiere in den Tierheimen

Seit einigen Jahren gibt es in klar bestimmten Zeiten in Schleswig-Holstein flächendeckende Kastrationen. Tierschützer fangen wild lebende Katzen, bringen sie zu Tierärzten, die bei der Kastration auf einen Teil ihres Honorars verzichten. Wenn das Land eine stetige Unterstützung gewähre, sei es auch leichter zusätzlich noch Spenden zu bekommen, hatten Tierschützer in der Vergangenheit wiederholt erklärt. Auch verschiedene Verbände hatten mehrere tausend Euro in den Fonds eingezahlt.

Der Erfolg der Kastrations-Aktionen sei sichtbar, in den Tierheimen gab es danach bis zu 30 Prozent weniger Fundtiere, so die Tierschützer. Das entlastet auch die Kommunen, die sonst die Kosten für die Unterbringung der Fundtiere aufbringen müssten. „Aus Sicht der Beteiligten sind die Aktionen bisher erfolgreich verlaufen“, sagt denn auch Joschka Knuth. Und: „Insgesamt konnten im Rahmen der fünf bisher durchgeführten Aktionen 12.848 Katzen und Kater kastriert werden.“

Deshalb gelte es jetzt am Ball zu bleiben, fordert die Präsidentin der Tierärztekammer, Evelin Stampa. „Wir müssen die Aktion weiterführen, sonst steigt die Population der wild lebenden Katzen wieder an und alles war umsonst.“

Die Kommunen sind nach wie vor willens, das Projekt zu unterstützen. „Daher haben die kommunalen Landesverbände ein Verfahren entwickelt und mit den am Projekt beteiligten Partnern abgestimmt, welches die Fortführung des Projektes grundsätzlich ermöglichen würde“, so Jörg Bülow. Demnach kann jede Gemeinde  erklären, dass sie die Hälfte der Kosten für die Kastration übernimmt, die sie nach Ende der Aktion in den Fonds der Tierärztekammer zahlt. Das Umweltministerium könnte den abgerechneten Betrag aus Landesmitteln verdoppeln – das wäre der Grundstock für die nächste Kastrationsaktion.

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