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Kartenterminal manipuliert, die Kundenkonten geplündert

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In einem Spielwarengeschäft in Lübeck war ein Zahlungskartenterminal manipuliert worden

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Lübeck | Unbekannte haben in einem Spielwarenladen in Lübeck ein Zahlungskartenterminal manipuliert. Mit Hilfe der so erlangten Kartendaten seien von Indien und Indonesien aus die Bankkonten einiger Kunden geplündert worden, teilte das Landeskriminalamt mit. Im Lübecker Raum haben nach Angaben der Polizei bislang zehn Geschädigte Anzeige erstattet. Die zu Unrecht abgehobenen Summen reichten von einigen hundert bis zu mehreren tausend Euro. Das manipulierte Gerät, das inzwischen ausgetauscht wurde, war nach bisherigen Erkenntnissen von Januar bis Mitte März im Einsatz.

"Das Manipulieren eines Zahlungskartenterminals ist technisch anspruchsvoll und mit einem hohen Entdeckungsrisiko behaftet. Wir gehen davon aus, dass eine organisiert und arbeitsteilig vorgehende, international agierende Bande dafür verantwortlich ist", sagt Stefan Jung vom Landeskriminalamt. Das manipulierte Zahlungskartenterminal wurde inzwischen ausgetauscht.

Das LKA Schleswig-Holstein rät grundsätzlich, die Kontoauszüge auch hinsichtlich unrechtmäßiger Abbuchungen zu kontrollieren und Auffälligkeiten der Bank und der Polizei zu melden.

Vor krimineller Ernergie warnt auch die Handwerkskammer zu Lübeck. Derzeit häufen sich wieder die Fälle, in denen Handwerksbetriebe auf unseriöse Art zu Vertragsabschlüssen mit Branchenverzeichnissen gebracht werden sollen. Die Handwerkskammer Lübeck warnt ausdrücklich davor, derartige Angebote ungeprüft zu unterschreiben und zurückzufaxen.

Aktuell handelt es sich um Zusendungen unter dem Titel "Ihre Gewerbeauskunft - bundesweit - Region: ...", in der dann Regionen wie Lübeck oder Glinde, in denen der Handwerksbetrieb ansässig ist, genannt werden. In dem amtlich wirkenden Formular werden Betriebsinhaber aufgefordert, leere Adressfelder mit ihren Firmendaten auszufüllen beziehungsweise ein bereits mit ihren Daten ausgefülltes Adressfeld zu bestätigen und das Formular zurückzu faxen.

Erst bei genauerer Durchsicht der Aufforderung wird klar, dass für einen sogenannten "Premiumeintrag" jährliche Kosten von 990 Euro zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer anfallen. Die Laufzeit des Vertrages soll zwei Jahre betragen. Wenn nicht drei Monate vor Ablauf des Vertrags schriftlich eine Kündigung erfolgt, verlängert sich der Vertrag um ein weiteres Jahr. "Mit dem Zurückfaxen des unterschriebenen Formulars kommt es zum Abschluss des Vertrags", so Ulf Grünke, Leiter der Rechtsabteilung der Handwerkskammer Lübeck.

Zwar erfolge in den meisten Fällen tatsächlich eine Eintragung, im Kleingedruckten verstecke sich jedoch die Kostenpflichtigkeit der Eintragung. In vergleichbaren, der Handwerkskammer Lübeck bekannt gewordenen Fällen, ist es in der Regel völlig offen, ob und wenn ja, welche Gegenleistungen der Handwerksbetrieb überhaupt nutzen kann. Selbst wenn sich die Urteile mehrten, die solche Angebote für unzulässig erklären, bleibe Vorsicht der beste Schutz, so Grünke.

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