25 Jahre Förde-Möwen : Jubilierende Flensburg-Botschafter

Verbinden ihre Heimat mit der Tradition des Hafens und seiner Geschichte - die Flensburger Förde-Möwen. Foto: sh:z
Verbinden ihre Heimat mit der Tradition des Hafens und seiner Geschichte - die Flensburger Förde-Möwen. Foto: sh:z

Die Förde-Möwen feiern ihr 25-jähriges Bestehen mit einem großen Shanty-Chor-Festival in der Glücksburger Rudehalle

shz.de von
08. August 2012, 06:49 Uhr

Flensburg | Nein, er ist kein waschechter Shanty-Chor. Dann nämlich wären Frauen verpönt. Ein Sakrileg. Von den gut 30 aktiven Mitgliedern der Förde-Möwen hingegen sind zwölf weiblichen Geschlechts. Fast schon paritätische Verhältnisse. Deshalb versteht sich der Chor als einer, "der sich die Pflege des maritimen Liedguts zur Aufgabe gemacht hat". Er singt unter der Leitung des Mitbegründers Hans-Jörg Busse Lieder von der See und von der Waterkant. Und das tut er mit Leidenschaft - seit 25 Jahren.

Die Förde-Möwen gehen unter ihrem Vorsitzenden Axel Engel mit einem gesunden Selbstbewusstsein in das Jubiläum. Bei den vielen Auftritten im Fernsehen sowie bei unzähligen Shanty-Chor-Treffen und Konzerten im In- und Ausland habe man dafür gesorgt, dass Flensburg und die Förde als eines der schönsten Segelreviere unseres Landes in einem Atemzug genannt würden, heißt es. Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht. "Wir haben großartige Auftritte nicht nur in Nord-, sondern auch in Süddeutschland, in Dänemark oder Norwegen hinter uns", schwärmt Herbert Marquard (78), der 16 Jahre lang erster Vorsitzender des Chores war und heute als "Förde-Möwen-Manager" dafür zuständig ist, die vielfältigen Kontakte aufrecht zu erhalten. Seine Enkelin Svea ist mit 18 Jahren das Küken unter den überwiegend betagten Chormitgliedern. Als schönste, nachhaltig wirkende Erlebnisse bezeichnet er etwa den Auftritt auf ("nicht vor!") der Gorch Fock, das gemeinsame Singen mit Sjællands Kor in Helsingør sowie die Gastspiele bei der Hanse Sail in Rostock und auf der Grünen Woche, zusammen mit dem Berliner Shanty-Chor.

Auch die Präsenz im Fernsehen kann sich sehen lassen. Die stimmgewaltigen Möwen flatterten des Öfteren in die Sonntagskonzerte des ZDF, sie präsentierten die Region auf N3 in der Reihe "Wunderschöner Norden" oder zum 100-jährigen Geburtstag des Nord-Ostsee-Kanals,; auch in der ARD: "Kein schöner Land - Rund um die Flensburger Förde".

Aus all diesen Begegnungen entstanden Freundschaften mit verschiedensten Singgemeinschaften. Diese Liaisons finden bei der Jubiläumsveranstaltung, bei der Gäste gern gesehen sind, ihren Niederschlag. So haben zu dem Shanty-Chor-Festival am Sonnabend in der Glücksburger Rudehalle (Beginn 10 Uhr) die Bisttalmöwen aus dem Saarland, die Hamburger Tampentrekker, der Nordseechor Büsum, der Schifferchor Rekum und Windkracht 13 aus den Niederlanden zugesagt.

Bei aller Vorfreude auf das Ereignis lassen sich einige Wermutstropfen nicht verbergen. Der dickste ergibt sich aus der traurigen Tatsache, dass viele Chöre dieser Couleur an Altersschwäche zu sterben drohen - und damit auch das maritime Liedgut. "Das geht uns nicht anders", sagt der 2. Vorsitzende Dieter Helmer, mit 73 Jahren auch nicht unbedingt ein Jungspund. "Wir suchen händeringend Nachwuchs", sagt er. Die meisten Mitglieder sind schon um die 50 Jahre alt, wenn sie in den Chor eintreten. Eine jüngere Klientel ist nicht in Sicht. Und deshalb wollen Herbert Marquard und Dieter Helmer weitermachen - "so lange wir können, und so lange es uns so großen Spaß macht wie eh und je."

Der Chor sucht Sänger und Instrumentalisten, wie Akkordeonspieler oder Gitarristen. Die wöchentlichen Chorproben sind jeweils am Dienstag um 19.45 Uhr im Fernmeldebereich 91 der Bundeswehr in Flensburg-Mürwik, Twedter Mark 11. Kontakt: Axel Engel, 1. Vorsitzender, Telefon 0461-675103, Herbert Marquard 04631-444868.

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