zur Navigation springen

10 Jahre Kina beim sh:z : Interview mit Britta Ernst: „Den Schulfrieden nicht stören!“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bildungsministerin Britta Ernst will das System von G8 und G9 beibehalten – und den Einsatz digitaler Medien ausbauen.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2017 | 20:16 Uhr

Die Kindernachrichten feiern beim sh:z zehnten Geburtstag. Wir feiern das Jubiläum auf eine ganz besondere Art und Weise: 28 junge Kinderreporter übernehmen die Redaktion, drehen Filme, schreiben Artikel und gestalten die Freitagsausgabe der Tageszeitungen sowie einen Liveblog. Elisa Schröder (11), Frida Klee (12), Dana Block (12), Enya Erichsen (15), Charlotte Aurich (15) und Linda Jantzen (13) haben das Interview mit Britta Ernst (SPD) geführt:

Wie sähe für Sie ein ideales Schulsystem aus?
Ein ideales Schulsystem hätte eine noch bessere Unterrichtsversorgung. Sie ist eine Ganztagsschule für Schülerinnen und Schüler, die das wollen. Sie hat ein vielfältiges Angebot und fördert Kinder und Jugendliche individuell. Die Schülerinnen und Schüler lernen dort viel und gehen gerne hin. Ich finde, viele Schulen in Schleswig-Holstein kommen dem sehr nah.

Wie stehen Sie zu G8 und G9?
Ich wünsche mir, dass wir es so lassen, wie es ist. Die Abgeordneten haben das zu Beginn der Wahlperiode nochmal mit allen im Land diskutiert. Und da war der Wunsch, dass man es so lässt, wie es ist. Bei Veränderungen würden wir uns wieder mehrere Jahre mit der Umstellung beschäftigen. Das kostet Zeit und Energie, die wir für andere Dinge brauchen. Die Schulen signalisieren deutlich, dass sie keine Veränderung wollen. Ich bin dafür, den Schulfrieden nicht zu stören.

Also halten Sie Gemeinschaftsschulen auf jeden Fall für sinnvoll?
Ja. Die Gemeinschaftsschulen besuchen Schülerinnen und Schüler, weil sie die Schule gut finden oder weil sie nicht so sicher sind, welchen Schulabschluss sie erreichen können. Und an die Gymnasien gehen eher die Kinder, die sehr leistungsorientiert sind und ihr Lernen gut organisieren können. Das ist ein sehr gutes System, weil so in jeder Schulform e alle Wege offen sind.

Warum gibt es eigentlich keine Schulempfehlungen mehr?
Weil es keine Schulempfehlungen gibt, die hundertprozentig richtig sind. Es muss aber ein verpflichtendes Beratungsgespräch der Eltern mit der Grundschule geben.

Wie sollten digitale Medien an Schulen eingesetzt werden?
Also, erstmal sollten sie überhaupt eingesetzt werden. Die Schulträger investieren jetzt viel, kaufen Geräte und statten die Schulen mit W-LAN aus. Wir unterstützen besondere Schulen, die gute Medienkonzepte haben. Das Ziel ist, dass das, was an diesen 112 Modellschulen erprobt wurde, sich über das ganze Land ausbreitet.

Also, sollen die Medien so viel wie möglich genutzt werden?
Selbstverständlich, aber eben auch konzeptionell gut. Es geht nicht darum, dass die Geräte da sind, sondern dass sie auch für guten, interessanteren Unterricht genutzt werden.

Wieso sind Sie in die Politik gegangen?
Ich habe in Eurem Alter angefangen, mich in der Schule zu engagieren. Ich war Klassensprecherin und in der Schülervertretung. Mit 17 bin ich in die SPD eingetreten, weil ich mich für Gerechtigkeit einsetzen wollte. Weil ich als Kind von Arbeitern Abitur machen konnte, habe ich früh verstanden, dass Politik das Leben von Menschen positiv beeinflussen kann.

Braucht man eine gewisse Art von Ausbildung für Politiker oder sollte es eine geben?
Nein. Die Vielfalt der Politikerinnen und Politiker ist wichtig, da sie die Bevölkerung repräsentieren. Es hilft, Berufserfahrung zu haben. Alle können Politik machen, wenn sie sich engagieren.

Wie war für Sie Ihre eigene Schulzeit?
Gemischt. Ich war meistens eine ganz gute Schülerin, war nicht immer fleißig, bin aber gut durchgekommen. Mich haben Naturwissenschaften und Deutsch interessiert. Ich habe in der Schule gute Freundinnen gefunden, mit denen ich mich immer noch treffe. Aber am Ende der Schulzeit war ich auch froh, etwas anderes machen zu können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen