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Geld- und Fahrkartenautomaten : Interaktive Karte: Hier wurden in diesem Jahr Automaten in SH gesprengt

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Eine Explosion schreckt Anwohner in Norderstedt auf. Die Polizei entdeckt daraufhin einen gesprengten Automaten an einer abgelegenen Haltestelle. Es ist die Fortsetzung einer Serie.

Norderstedt | Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Mittwoch einen Fahrkartenautomaten an der Haltestelle Haslohfurth in Norderstedt (Kreis Segeberg) gesprengt. Anwohner hatten vermutlich die Explosion gehört und daraufhin die Beamten verständigt, wie ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen mitteilte. Die Geldkassette des Automaten wurde entwendet. Die Schadenshöhe belaufe sich auf 25.000 Euro.

Nach Angaben des Landeskriminalamtes wurden seit Jahresbeginn in Schleswig-Holstein damit bereits neun Automaten aufgesprengt. In den vergangenen beiden Jahren war es im gesamten Jahr jeweils nur ein einziger.

Ob alle neun Fälle von einer einzigen oder mehreren Tätergruppen begangen wurden, sei unklar. Die Kripo prüfe dies.

shz.de zeigt die Sprengungen von Ticket- und Geldautomaten auf einer Karte:

Die letzten Explosionen: Am frühen Dienstagmorgen wurden ein Fahrkartenautomat der S-Bahnstation Wohltorf (Kreis Herzogtum Lauenburg) und ein Geldautomat in Ratekau (Kreis Ostholstein) zerstört. Der frei stehende Geldautomat in einem Freizeitpark im Ortsteil Warnsdorf war mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, das Geldscheine bei einem Angriff sofort einfärbt und für die Täter unbrauchbar macht. „Sie dürften somit keine oder nur sehr geringe Beute gemacht haben“, teilte das Landeskriminalamt in Kiel mit.

Erst die letzten drei Taten waren überhaupt erfolgreich. Den Tätern gelang es nur in Ratekau, überhaupt an die - womöglich durch die Farbe aber wertlosen - Geldscheine zu kommen. Aus dem Fahrkartenautomaten in Wohltorf stahlen die mit einer Überwachungskamera gefilmten Täter eine Geldkassette. Über die Höhe der Beute konnte die Bundespolizei zunächst keine Angaben machen.

Bereits am Montag hatten Unbekannte Geldautomaten in Kremperheide (Kreis Steinburg) und Wrohm (Kreis Dithmarschen) gesprengt. Seit Jahresbeginn gab es solche Taten auch in Reinbek (Kreis Stormarn), Heikendorf (Kreis Plön), Erfde (Kreis Schleswig-Flensburg), Wesselburen (Kreis Dithmarschen) und Friedrichstadt (Kreis Nordfriesland). Am Sonntagmorgen war zudem ein Fahrkartenautomat in Lübeck in die Luft gejagt worden, ein weiterer Fahrkartenautomat am Montagmorgen bei der Haltestelle Kupfermühle zwischen Bad Oldesloe und Bargteheide (Kreis Stormarn).

Auch die Deutsche Bahn zählt vermehrt Aufbrüche von Fahrkartenautomaten. Diese würden besonders häufig an abgelegenen Stationen aufgebrochen, hieß es. Von Januar bis Ende September 2015 seien 336 Fahrkartenautomaten geknackt worden - rund zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit Blick auf noch ältere Fallzahlen lässt sich allerdings kein klarer Langzeittrend ablesen.

Deutschlandweit nimmt auch die Zahl der gesprengten Geldautomaten seit Jahren zu. 2011 gab es bundesweit noch 38 solcher Fälle, 2015 waren es bereits 132, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden Ende Januar mitgeteilt hatte. Ein LKA-Sprecher betonte, die Sprengungen von Geld- und Fahrkartenautomaten müsse man wegen der unterschiedlichen Vorgehensweise der Täter auseinanderhalten.

Die Sprengung von Geldautomaten lohnt sich für die Täter längst nicht immer: Nur in 60 der insgesamt 132 Fälle im Jahr 2015 wurde laut BKA Bargeld erbeutet. Seit Jahren werde dabei ähnlich vorgegangen: Ein Gas oder ein Gasgemisch werde in den Geldautomaten eingeleitet und dann entzündet. Nur selten werde Pyrotechnik oder gewerblicher Sprengstoff eingesetzt. Die Bahn nennt vor allem Automatenaufbrüche mit Hebel- und Schneidewerkzeugen - und eher wenige Sprengungen. Je nach Art der Zerstörung koste der Ersatz eines Automaten bis zu 30.000 Euro. Die mögliche Beute betrage hingegen meist nur wenige tausend Euro, oft sogar weniger als 100 Euro.

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erstellt am 17.Feb.2016 | 13:09 Uhr

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