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Der Fall Prokon : Insolvenz: Fragen und Antworten

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Das Itzehoer Windkraft-Unternehmen Prokon ist insolvent. Was bedeutet das eigentlich? Und was ist eine Planinsolvenz? shz.de beantwortet nicht nur diese Fragen.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 10:57 Uhr

Was ist eine Insolvenz?

Unter Insolvenz wird im Wesentlichen die Zahlungsunfähigkeit einer natürlichen oder juristischen Person verstanden. Der Umgang mit Insolvenzen ist in der Insolvenzordnung (InsO) geregelt und hat das Ziel, alle Gläubiger des insolventen Schuldners gemeinschaftlich und gleichmäßig zu befriedigen. Durch das geordnete Verfahren soll verhindert werden, dass einzelne Gläubiger voll und andere Gläubiger gar nicht befriedigt werden. Daneben will die Insolvenzordnung jedem, der trotz redlichen Bemühens wirtschaftlich gescheitert ist, durch eine Befreiung von seinen restlichen Verbindlichkeiten einen wirtschaftlichen Neuanfang ermöglichen.

Wer kann einen Insolvenzantrag stellen?

- Der Schuldner

- Vorstände bzw. Geschäftsführer (bei Kapitalgesellschaften)

- Gläubiger unter Glaubhaftmachung einer bestehenden, uneinbringlichen Forderung gegen den Schuldner

- Arbeitnehmer unter Beifügung einer eidesstattlichen Versicherung, dass kein Lohn/Gehalt gezahlt worden ist

Was ist eine Planinsolvenz?

Die Planinsolvenz ist ein Spezialfall des Insolvenzverfahrens. Abweichend vom „normalen“ Insolvenzverfahren bleibt die alte Geschäftsführung im Amt, der Insolvenzverwalter tritt nur beratend auf. Die Planinsolvenz wird in der Regel von einem Sanierer begleitet, der zusammen mit der Unternehmensführung vor der Antragstellung den Insolvenzplan ausarbeitet. Über den beim Amtsgericht eingereichten Plan entscheiden die Gläubiger. Wenn es eine Perspektive für den Fortbestand des Unternehmens gibt, soll es durch diesen Plan ermöglicht werden, im Insolvenzverfahren auch von der Insolvenzordnung abzuweichen.

Was ist eine Insolvenzverschleppung?

Insolvenzverschleppung bedeutet, dass die Eröffnung ein Insolvenzverfahrens nicht beantragt wird, obwohl die Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung bekannt ist.

Was für Insolvenzgründe gibt es?

- Zahlungsunfähigkeit

- Drohende Zahlungsunfähigkeit

- Überschuldung

Was bedeutet Zahlungsunfähigkeit?

Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Zahlungsunfähigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat.

Was ist drohende Zahlungsunfähigkeit?

Ein Schuldner droht zahlungsunfähig zu werden, wenn er voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zahlungspflichten im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen.

Was ist eine Überschuldung?

Eine Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt. Bei der Bewertung des Vermögens des Schuldners ist jedoch die Fortführung des Unternehmens zugrunde zu legen, wenn diese nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich ist.

 
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