1. Föhrer Rosentag: Taufe einer neuen Sorte

„Föhr“ soll sie heißen und wird im Juli von Friede Springer getauft.
„Föhr“ soll sie heißen und wird im Juli von Friede Springer getauft.

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30. März 2014, 16:26 Uhr

Als die Wykerin Gundula Haack im Jahr 1998 wieder auf ihre Heimatinsel Föhr zurückkehrte, hatte sie einige ganz besondere Schätze im Gepäck. Aus reiner Freude an diesen Pflanzen hatte sie vor allem alte Rosensorten gesammelt, die sie dem Friesenmuseum an der Wyker Badestraße gestiftet hat. Zur Erinnerung an ihre Großmutter und ihre Mutter, die lange Jahre für das Museum tätig gewesen war, wurde diese Anpflanzung Catharinen-Rosengarten genannt.

Gundula Haack kümmerte sich um die Beete und bot für Interessierte während der Blütezeit regelmäßig Führungen an. Nach eigenem Bekunden war sie allmählich mit der Pflege der Rosen überfordert. So war es für sie und ganz besonders auch für die Rosen ein besonderer Glücksfall, als Thorsten König aus Herdecke auf den Plan trat. König, der seit vielen Jahren auf Föhr seinen Urlaub verbringt, ist nämlich von Beruf Rosenzüchter und hatte rasch festgestellt, dass sich vor dem Friesenmuseum ein ganz besonderes Kleinod verbirgt, das allerdings professionelle Pflege benötigt. Sein Hilfsangebot wurde nicht nur von Gundula Haack, sondern auch von der Museumsleiterin Jutta Kollbaum-Weber, dankbar angenommen. >>>
>>>Bevor Thorsten König mit seinem Hilfstrupp an das Beschneiden der Rosen und das Freilegen ihrer Beete ging, machte er zunächst eine Bestandsaufnahme und kam zu der Erkenntnis: „Diese Sammlung ist ein ganz besonderer Kulturschatz, der es verdient, auch für künftige Generationen, gehegt und gepflegt zu werden.“ König konnte fast 100 Sorten zählen, überwiegend als historische Rosen. Als historische Rose bezeichnet der Fachmann alle Sorten, die vor 1867 gezüchtet worden sind. Sie zeichnen sich durch üppigen Duft und kräftige Farben aus, blühen aber nur einmal im Jahr.

1867 kam dann die erste so genannte Tee-Hybride mit dem Namen „La France“ auf den Markt. Diese Kreuzung entstand unter dem Einfluss der so genannten China-Rosen, die als Erbanlage eine mehrfache Blüte im Jahr in sich trug.

Viele der Pflanzen im Catharinen-Rosengarten sind nicht mehr im Handel zu bekommen und nicht einmal in allen Rosarien vertreten, berichtet König. Inzwischen konnten dem Rosarium in Dortmund einige Wyker Rosen übergeben werden, die in der dortigen Sammlung gefehlt haben.

Die Beete des Catharinen-Rosengartens sind nach Herkunft und Rosengruppen angelegt, was einen Vergleich der ursprünglichen Wildrosen mit deren historischen Nachkommen ermöglicht. Der Herdecker freut sich, dass in Gundula Haacks Sammlung auch echte Dünenrosen anzutreffen sind. Im Gegensatz zur auf Föhr überall anzutreffenden Kartoffelrose, die ursprünglich auf der Insel nicht heimisch war, eignen sich Wildrosen gut für den Natur- und Küstenschutz, und ihre Früchte sind Nahrung für die heimischen Vögel.

Doch Thorsten König kümmert sich nicht nur um historische Pflanzen, sondern hat sich schon längere Zeit mit einer Neuzüchtung befasst, die der Insel Föhr gewidmet ist. Beim ersten Föhrer Rosentag, am 13. Juli, soll sie von Friede Springer getauft werden. Dass sie zur Taufpatin erkoren wurde, kommt nicht von ungefähr, die Wurzeln der neuen Sorten sind nämlich in Friede Springers elterlichen Familienhaus in Süderende zu finden.

In der Baum- und Rosenschule Riewerts hat Thorsten König noch einen weiteren Schatz gefunden: die Rose „Gruß an Föhr“, die dort im Jahr 1930 entstanden ist. „Auch diese Rose gilt es zu erhalten und als Kulturgut der Insel weiter zu verbreiten“.
 

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