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In Utersum : Fahrbares Heim mit Wellnessbereich

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Biobauer Erk Wögens hat sich ein „Hühnermobil“ angeschafft. So können die Tiere immer wieder auf neue Wiesen umziehen.

Südterrasse, Wellnessbereich, gemütlicher Gruppenraum, frische Landluft und Ruhe, die auch wirklich Ruhe ist und nicht von Rasenmäher und Laubbläser unterbrochen wird – so lässt sich das Leben genießen. „Gezahlt“ wird für diese Ganzjahresoase in Naturalien: Täglich ein Ei abliefern und die Rundum-Versorgung ist gesichert.
Seit dem Herbst 2016 gehört auch ein Hühnermobil zum Biohof der Familie Wögens in Utersum. Über 200 Hennen tummeln sich um den mobilen Stall, der mit allem Komfort ausgestattet ist. Im „Erdgeschoss“, das mit Holzhackschnitzeln gestreut ist, befindet sich der sogenannte Kalt-Scharr-Raum. Von hier aus können (und wollen) die Hühner nach draußen gelangen, um das abgesteckte Revier nach Gewürm abzusuchen. Fünf stolze Hähne zeigen den Damen, wo es die fettesten Würmer gibt. Selbstverständlich werden aber auch regelmäßig Futterbehälter und Wassertank nachgefüllt. Wer sich ins Nest zurückziehen möchte, muss über zwei Bodenluken in den „ersten Stock“ des Hühnermobils. Neben dem Gruppenaufenthaltsraum aus Spalten und Gittern befinden sich im Obergeschoss die Legezimmer.

Die Nester sind dick mit Dinkelspelzen und Stroh ausgelegt und werden täglich von Helga und Erk Wögens kontrolliert, die die Eier absammeln und zum Verkauf anbieten.
Selbstverständlich sind die Eier absolut sauber, denn unter den Spalten befindet sich ein Mistband, das per Handkurbel weitergedreht wird, so dass der Hühnermist abfällt, am besten gleich in die große Frontladerschaufel des Treckers.
In regelmäßigen Abständen wird das Hühnermobil weitergerollt, damit der abgesteckte Auslauf rundherum eine intakte Grasnarbe behält und um Parasiten keine Chance zu geben. In den dunklen Monaten sorgt ein Solarmodul auf dem Dach dafür, dass morgens um halb fünf das Licht im Kalt-Scharr-Raum angeht und eine halbe Stunde später im ganzen Hühnermobil. Langschläfer-Hühner haben also eine 30-minütige Frist, sich an den Tag zu gewöhnen. Abends lockt das Licht die gackelige Schar wieder in das warme Zuhause, um 21 Uhr ist Nachtruhe. In den Sommermonaten aber bestimmt die natürliche Beleuchtung den Tagesablauf der Wögens-Hühner.
Aber auch das kleine Gefieder-Paradies kennt schon Nöte: Die Vogelgrippe zwang in den Wintermonaten alle Hühnerhalter, ihr Federvieh einzusperren. „Bei Nicht-Einhaltung drohten empfindliche Geldstrafen“, erzählt Erk Wögens. Damit es seinen Legehennen nicht langweilig wurde, hatte er den meist aufgekratzten und stets scharrenden Damen zur Ablenkung täglich einen Eimer Stroh und einen Eimer Getreidesilage zum gründlichen Durchwühlen vorbeigebracht. Aber diese Zeit ist nun glücklicherweise vorbei und Wögens ist mit seinem Federvieh froh, dass das Einsperrverbot zum 1. Mai aufgehoben wurde. Seitdem steht einem glücklichen Leben der glücklichen Hühner nichts mehr im Wege.

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