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Föhrer Chöre : Die singenden Ladies von Föhr

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Landfrauen-Chor hat sich von kleinen Anfängen zu einem großen Klangkörper entwickelt. DIe Frauen haben viele Auftritte auf der Insel.

Im kommenden Jahr feiert er seinen zehnten Geburtstag und ist damit eigentlich ein Küken unter den Föhrer Chören: Der Chor der „Feer Ladies“ gründete sich 2005 auf Wunsch einiger Landfrauen, die einfach einmal Lust zu Singen hatten und mit der Bitte an den Landfrauenvorstand traten, der daraufhin aktiv wurde.

Über den Süderender Pastor Dirk Jeß kam der Kontakt zur studierten Kirchenmusikerin Birke Buchhorn-Licht zustande, die seit dieser Zeit den Chor leitet. „Ich bin damals im Garten auf und ab gegangen, als die Frage an mich herangetragen wurde“, erinnert sich diese gerne zurück und kam zu dem Ergebnis: „Wir können das ja mal ausprobieren.“ Nicht nur Volkslieder wolle sie mit den Frauen singen und nicht nur Friesisches, so ihr fester Vorsatz, der sich mit den Vorstellungen der Chorschwestern deckte, die sich auf keinen Fall als Konkurrenz zu den Trachtengruppen sehen wollten, zumal jene auch viele friesische Lieder in ihrem Programm haben.

„Als erstes mussten wir dieses verrückte Quodlibet „Heißa Kathreinerle“ singen“, berichtet Helga Wögens lachend aus den Anfängen des Chores, der mit rund einem Dutzend motivierter Frauen startete. Anfangs getraute „frau“ sich allenfalls zu, einen Kanon zu singen oder eben ein Quodlibet. Beim ersten Auftritt – es war die Landfrauen-Weihnachtsfeier im Gründungsjahr – bestand das Programm aus drei Liedern, von denen eines wiederholt wurde, weil es noch nicht so gut klappte.


Preisgekrönt


Aber das ist längst Geschichte: Das Repertoire ist ebenso wie die Anzahl der Sängerinnen und der öffentlichen Auftritte gewachsen. Längst singen die Damen drei-, manchmal vierstimmig Schlager, Friesisches, Plattdeutsches, Weihnachtliches, maritime und kirchlich-geistliche Lieder. Zweimal holten die sangesfreudigen Insulanerinnen sogar beim friesischen Musikwettstreit dritte Preise nach Hause.

Der Namenswandel vom Landfrauenchor zu „Feer Ladies“ vollzog sich nach der Idee von Chormitglied Margret Jacobsen auf einer der jährlichen Freizeiten in Leck, die übrigens für viele Frauen immer noch ein „Jahreshighlight“ darstellen.
Auch das Outfit bedurfte einiger Veränderungen, bevor alle zufrieden waren. Etwas belustigt blicken die Damen auf die orangefarbenen Oberteile zurück, die alle irgendwie farblich gar nicht zusammenpassen wollten. „Oben lila, unten schwarz“, wie Buchhorn-Licht es vor jedem Auftritt ankündigt, tritt der Chor heutzutage nach dem Vorschlag von Gaby Brandt auf. Brandt beschäftigt sich beruflich mit Wolle und Farben und entdeckte, dass sich lila Farbtöne gut kombinieren lassen, einerlei ob sie dunkel oder hell sind. So darf heute jede Frau, von fliederfarben bis tief violett, das Oberteil tragen, das ihr gefällt – Hauptsache sie ist mit Freude dabei.


Win-Win-Situation


Mit knapp 70 Mitgliedern, von denen zirka die Hälfte zu den aktiven Sängerinnen gehört, ist der junge Chor recht groß, so groß, dass bald neben dem Süderender Pastorat ein größerer Übungsraum gefunden werden musste, der alle Sängerinnen fassen konnte: Mit der Gemeinde Nieblum gibt es eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit. Der Chor darf das Nieblumer „Haus des Gastes“ kostenlos nutzen und präsentiert dafür jährlich zwei Auftritte für Nieblumer und Gäste – quasi eine echte „Win-Win-Situation“.
Jede Übungsstunde beginnt mit dem Massieren der Ohrmuscheln zur Schulung des Gehörs und zur Förderung der Konzentration. Das anschließende Gähnen gehört genauso zum Einsingprogramm wie die Atemübungen, die auf die unterschiedlichen Konstitutionstypen abgestimmt sind. Buchhorn-Licht, selbst Sopranistin, singt neue Lieder vor oder begleitet den Chor am Klavier, gewürzt mit der nötigen Prise Frohsinn und Humor. „Ich bin einfach nur ein Mensch“, meint sie bescheiden, „und mache das, was ich schon als Dreijährige gemacht habe: Rumsingen und rumtanzen.“

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