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Kindermagazin : Die Kissenschlacht im Klassenzimmer

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Föhrs kleinste Schule hat nur 13 Schüler. Und im Unterricht wird dänisch gesprochen.

Wie viele Kinder gehen in deine Klasse? 20? 25? Oder sogar noch mehr?

Nun, in der Wyker Feldstraße gibt es eine Schule, die hat weniger Kinder, als bei dir eine einzige Klasse hat. 13 Schüler besuchen die Vyk (gesprochen Wük) Danske Skole. Ein komischer Name? Vielleicht, aber das ist Dänisch und heißt so viel wie „Wyk Dänische Schule“, oder besser, in richtigem Deutsch: „Dänische Schule Wyk“.

Das Land Dänemark ist nicht weit von hier, es beginnt kurz hinter Niebüll. Aber dort war nicht immer die Grenze. Mal wurde die Gegend von deutschen und mal von dänischen Herrschern regiert. So gibt es immer noch da, wo heute Dänemark ist, Leute mit deutschen Wurzeln und deutschen Schulen und hier Leute mit dänischen Wurzeln und dänischen Schulen.

Allerdings, so ganz richtige Dänen findest du an der Vyk Danske Skole nicht mehr. Das sind alles Kinder, die zuhause Deutsch sprechen, deren Eltern teilweise sogar gar nicht aus dem Grenzgebiet, sondern aus ganz anderen Gegenden kommen. So wie der Vater von Jule und Karo. Der stammt aus Bayern.

Diese Eltern schicken ihre Kinder auf die Dänische Schule, weil sie es toll finden, dass die so klein ist, die Kinder da Dänisch lernen und vieles ganz anders ist als an anderen Schulen.

Es gibt an der Vyk Danske Skole nämlich nur zwei Klassen, eine für die Kleinen und eine für die Großen. Und es gibt zwei Lehrer, den Schulleiter Anders und seine Kollegin Sarah. Anders und Sarah, so reden auch die Kinder ihre Lehrer an. Denn in Dänemark sagen fast alle Leute Du zueinander, nur zur Königin sagt man Sie.

Die Kinder an der Danske Skole haben die gleichen Fächer, wie du auch, Deutsch, Mathe, Englisch und so weiter. Dazu kommt noch Dänisch, und diese Sprache wird auch im Schulalltag überwiegend gesprochen.

Bei den wenigen Schülern können sich die Lehrer um jeden einzelnen besser kümmern und es geht alles viel gemütlicher zu. In jedem Klassenzimmer steht sogar ein Bett, in das sich reinkuscheln kann, wer müde oder krank ist.

„Ich finde das ziemlich gut hier, denn die Lehrer haben einen viel besseren Überblick als in Klassen mit über 20 Kindern“, meint Jule. „Meine Freundin ist in der deutschen Schule in einer Klasse mit 23 Leuten. Die hat nur gestaunt, als ich ihr erzählt habe, wieviele Kinder bei uns in der ganzen Schule sind“, berichtet die Viertklässlerin. Nach den Sommerferien wechselt sie zu den Großen und wird nach der achten Klasse, wie alle Kinder der Vyk Danske Skole, eine weiterführende Schule auf dem Festland besuchen.

Aber bis dahin dauert es noch. Erstmal müssen die Kinder noch viel lernen. Während die Kleinen mit Anders Dänisch pauken, will Sarah mit den Großen einen Englisch-Test schreiben. „Nein nicht heute, wir haben noch gar nicht geübt und unser Buch auch nicht dabei“, murren die. Und plötzlich ist es in der Dänischen Schule in Wyk genauso wie in jeder anderen Schule auch.

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erstellt am 07.Sep.2014 | 17:15 Uhr

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