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Liebeserklrärung : Der Mops – absurd und trotzdem schön

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

SIe kennt sich mit Hunden aus. Die Nieblumer Autorin Holly Lavender hat ihrer Lotta ein literarisches Denkmal geschaffen.

Loriot hat ihn unsterblich gemacht und auch für Nadja Krieger-Nissen ist – frei nach dem großen deutschen Humoristen – klar: Viele Wege führen zum Mops, keiner an ihm vorbei. Grund genug für die Föhrer Autorin, dieser oft verkannten und von vielen als skurril empfundenen Rasse zwei Taschenbücher zu widmen. Neue Wege für die 53-Jährige, die bisher zwei Romane veröffentlicht hat, einige Kurzgeschichten folgen ließ und nun den kleinen Kerl unter dem Künstlernamen Holly Lavender ironisch-sarkastisch und mit viel Liebe in ihren Büchern verewigt.

Dabei war es keine Liebe auf den ersten Blick. Ein kategorisches Nein sei die Antwort gewesen, als ein Freund einen Mops-Welpen anbot. Es kam, was kommen musste: Blieb man bei den ersten Fotos noch standhaft, veränderte die erste Begegnung mit dem Vierbeiner von der Größe einer Kaffeetasse die Situation schlagartig. Seither gehört Lotta, so der Name der Hündin, zur Familie. Und verkörpert – rabenschwarz und rund sieben Kilo schwer – geballte Lebensfreude.

Überzeugt hat nicht etwa ihr anmutiges Äußeres: „Als Welpe war sie sehr damit beschäftigt, zu überleben, da war nicht viel Zeit für Schönheit“, berichtet Nadja Krieger-Nissen, während sie Lotta die Ohren zuhält. Sie war hässlich, die Augen standen beängstigend nach außen, dazu kamen ein dürrer Hals und wenig Fell. Auge in Auge mit dem Winzling stand der Sieger allerdings sehr schnell fest und Lotta war – nachdem zuvor ein Bullterrier und eine englische Bulldogge den Haushalt komplettiert hatten – „einfach da“.

Kein Einzelfall, denn der Mops ist trotz aller Klischees und Vorurteile derzeit vermehrt auf deutschen Straßen anzutreffen. Eine nachvollziehbare Entwicklung, so die Holly-Lavender-These, denn viele Menschen hätten entdeckt, wie kompatibel dieses Tier zu allen erdenklichen Alltags- und Lebenssituationen sei. Der Hund selbst habe nicht begriffen, dass er eigentlich ein Nutztier sei, analysiert das Frauchen. Vielmehr tauge er zu nichts, vermeide alle schwierigen und komplizierten Dinge und sei weder an der Jagd interessiert noch besonders wachsam. „Obwohl er alles verbellt, lässt er jeden in die eigenen vier Wände und ist sehr menschenbezogen. Ein geschmeidiges Wesen, das einfach nur gefallen möchte, und das gefällt wiederum den Menschen.“
Absurd und trotzdem schön, so beschreibt Nadja Krieger-Nissen den Mops. Auf der Straße stets ein Hingucker, jeder beschäftigt sich mit dem Hund und selbst die Skeptiker sind noch tolerant und amüsiert zugleich.

Schnell entwickelte sich Lotta zur Muse und animierte Frauchen zum Schreiben. Kurze Geschichten, die eigentlich für den Hausgebrauch gedacht waren. Gespickt mit Adjektiven und Schachtelsätzen und versehen mit Running-Gags schrieb sich die Autorin, nun als Holly Lavender, alles von der Seele, „was man sonst so gar nicht schreiben darf“. Aber die Wirklichkeit sei manchmal so absurd, dass man sie nur absurd erklären könne. Mit Spaß war sie dabei, und die Lektorin offensichtlich auch.

Auf die war sie zufällig gestoßen. „Sie kommt aus Süddeutschland und macht auf Amrum Urlaub. Das passt, dachte ich, die weiß, wie man im Norden spricht.“ Ihr schickte sie ihre Geschichten, um das Urteil einer neutralen Person einzuholen, die zudem ein Gefühl für Sprache hat. Das Urteil fiel schnell und war positiv, und ehe sie sich versah, hatte sie ein Buch in der Hand.

Als Vorlage für die Geschichten dient Lotta nur teilweise. Manchmal sind es zufällig aufgeschnappte Sätze, denn die gelernte Tierpsychologin schaut sehr genau hin und registriert, wie Menschen heute generell mit Hunden umgehen.

All dies taucht humorvoll und mitunter leicht überhöht auch in den Büchern von Nadja Krieger-Nissen auf. Und dass diese offensichtlich ankommen, steigert ihren Spaß am Schreiben. Auch wenn sie mitunter Kindergeschichten verfasst, ein drittes Mops-Buch wird auf jeden Fall folgen. Dabei soll es dann allerdings bleiben, denn die Autorin hat noch weitere Ideen, um sich mit einem Augenzwinkern auszutoben. Zuvor gilt es aber, die Lotta-Trilogie abzuschließen.

Nadja Krieger-Nissen: „Der Mops an sich – so sieht das aus“ und „Der Mops an sich – Ja nee, is’ klar“. Beide Bücher sind bei Amazon erhältlich.

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