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Insel-Lexikon : Der Föhrer Brockhaus

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Thomas Steensen und Harry Kunz haben alles Wissenswerte über Föhr und die Föhrer zusammengefasst. Das Buch hat 451 Seiten.

Über Föhr, die zweitgrößte Nordseeinsel Deutschlands, ist viel geschrieben worden. Einige Regalmeter nimmt die Literatur in der Bibliothek des Nordfriisk Instituut in Bredstedt, der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung für die Pflege, Förderung und Erforschung der nordfriesischen Sprache sowie der Geschichte, Landeskunde und Kultur in Anspruch. „Doch es fehlt ein Kompendium, ein Nachschlagewerk, das die vielen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zustande gekommenen Erkenntnisse zusammenträgt“, stellten Professor Dr. Thomas Steensen, Direktor des Instituts, und sein Mitarbeiter, der Diplom-Soziologe Harry Kunz, eines Tages fest.

Einen weiteren Impuls lieferte der Wachholtz Verlag in Neumünster, der mit dem von Harry Kunz und Thomas Steensen verfassten „Sylt Lexikon“ bereits gute Erfahrungen gemacht hat. Das Nachschlagewerk zur Nachbarinsel erschien soeben bereits in dritter Auflage als „Taschenlexikon Sylt“. Auch Föhr sollte deshalb seinen „Brockhaus“ erhalten.
Die Autoren waren bemüht, ein Lexikon „für alle“, für Einheimische, für Gäste, für allgemein Interessierte, aber auch für Fachleute zu erstellen. Insgesamt umfasst das Werk nicht weniger als 925 Stichwörter. Eine „ganzheitliche“ Darstellung war das erklärte Ziel der Bredstedter Autoren, und so zieht sich der Themenreigen von Natur und Landschaft über Geschichte und Kultur bis zu Politik und Wirtschaft. Personenporträts behandeln unter anderem Seefahrer und Walfänger, Maler und Künstler, Politiker und Prominente, aber auch und nicht zuletzt viele Föhrer Friesinnen und Friesen.

Über 700 Abbildungen verdeutlichen optisch die dargestellten Daten und Fakten. Dazu konnten die Autoren auf die Hilfe von Föhrer Fotografen, Museen und Archiven zurückgreifen, darunter Burkhard Frantzen aus Oldsum, Peter Hering aus Nieblum und Ane Ingwersen aus Wyk, das Dr.-Carl-Haeberlin-Friesenmuseum in Wyk und das Museum Kunst der Westküste und die Ferring-Stiftung. Der Stiftung mit ihrem Vorsitzenden Professor Dr. Volkert Faltings sind die Autoren ohnehin für große Unterstützung dankbar.

Besonderes Augenmerk wurde auf die friesische Sprache und die lebendige friesische Kultur auf der Insel gelegt. Im Lexikon findet sich viel Fering, das Föhrer Friesisch, zum Beispiel Gedichte und Liedtexte, einst verfasst von mehr und auch weniger namhaften friesischen Poetinnen und Poeten. Mit dem Lexikon bekommt man zum Beispiel auch die Föhrer Hymne „Loonslidj huuch a harten!“ in die Hand – und die Noten zum Mitsingen oder -spielen obendrein. Wörterlisten Fering-Deutsch und Deutsch-Fering, erstellt von der Institutsmitarbeiterin Antje Arfsten, bieten den Föhringer Grundwortschatz als Service nicht nur für Zugereiste und Feriengäste. Zahlreiche Artikel befassen sich mit zum Teil heute noch gelebten friesischen Bräuchen und Traditionen im Jahres- und Lebenslauf der Insulaner.

Harry Kunz und Thomas Steensen: Föhr Lexikon. Herausgegeben vom Nordfriisk Instituut. Wachholtz Verlag, Neumünster 2013. 451 Seiten, über 700 überwiegend farbige Abbildungen sowie Karten und Tabellen.









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