Meierei Kaltoft : Innovativ, am Rande des Ruins

Die Meierei Kaltoft im Jahr 1955. Foto: sh:z
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Die Meierei Kaltoft im Jahr 1955. Foto: sh:z

Die Meierei Kaltoft wollte Produkte und Absatz auf die in ganz Deutschland Hunger leidenden Menschen ausrichten - das brachte sie an den Rand der Pleite.

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28. Juni 2011, 11:17 Uhr

Landesteil Schleswig | Es war eine gewaltige Aufgabe in den Hungerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg, und die Meierei Kaltoft ist daran zerbrochen: Die Meierei wollte Produkte und Absatz auf die in ganz Deutschland Hunger leidenden Menschen ausrichten. Gegen Eiweißmangel und Hungerödeme wurde das Konzentrat "Anglamin" aus Molke gewonnen. Nach der Wiederherstellung der Versorgung brach der Absatz zusammen. Die Investitionen brachte die Genossenschaft an den Rand des Konkurses. Das nächste neue Produktionsgebiet war "Roquefort-Käse". Für die Käseproduktion musste Milch von den Meiereien aus Rügge, Gangerschild und Steinfeld zugekauft werden. Die Zukaufspreise der Milch waren höher als die eigene Auszahlung an die Mitglieder.
Noch einmal machte die Meierei durch eine Innovation von sich reden: mit der ersten Sirupkocherei in Schleswig-Holstein. Damit wurden Zuckerrüben verwertet. Nach der Währungsreform 1947 wurde auch diese Produktion wegen des Preisverfalls eingestellt.
Nach Streit und Entlassungen eskalierte 1951 die Auseinandersetzungen. 1959 wird die Meierei geschlossen. Der Betrieb wurde an die Süßmosterei Steinmeier verkauft, die 1960 dort die Produktion aufnahm. (shz)

Meierei Kaltoft von 1888 bis 1959
Gründung: 1888 mit 44 Mitgliedern.
Produktion: Butter, Käse, seit 1947 auch Roquefort-Käse und Sirup Firmierung 1948: "Molkerei Roquefort-Käserei und Sirupfabrik
Kaltoft". Als Folge von Turbulenzen wurde der Betrieb 1959 geschlossen und an die Süßmosterei Steinmeier verkauft.

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