Neue Attraktion : In Gettorf steht die Welt bald Kopf

Ähnlich dem Vorbild aus der Kaschubischen Schweiz wird die neue Attraktion in Gettorf entstehen. Foto: Oster
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Ähnlich dem Vorbild aus der Kaschubischen Schweiz wird die neue Attraktion in Gettorf entstehen. Foto: Oster

Der Tierpark Gettorf vor den Toren Kiels wird zur Saison 2010 um eine Attraktion reicher: Der Hamburger Dirk Oster schafft mit seinem "Verrückten Haus" ein Stück verkehrte Welt.

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01. Juni 2009, 03:58 Uhr

Gettorf | Der Eingang ist im Dachgeschoss und die Möbel kleben an der Decke - im "Verrückten Haus" steht das Leben Kopf und sorgt im wahrsten Sinne des Wortes für einen schrägen Eindruck. Denn das ungewöhnliche Heim ist außerdem um sieben Grad geneigt. Als Leuchtturmprojekt der Aktiv-Region "Hügelland am Ostseestrand" wird es im Tierpark Gettorf entstehen.
Die Idee stammt vom Hamburger Unternehmensberater Dirk Oster. Bei einem Urlaub in der Kaschubischen Schweiz in der Nähe von Danzig entdeckte er vor zwei Jahren ein Haus, das auf dem Kopf stand und Massen von Touristen anlockte. "Das war die Initialzündung", sagt Oster. "So etwas müsstest Du auch in Deutschland machen können", dachte er sich damals und machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort. "Ich habe in meinem Gedächtnis gekramt, wo ohnehin schon erheblicher Publikumsverkehr und Infrastruktur vorhanden ist, und wo in einem geschlossenen Gelände noch Platz dafür wäre", verrät Oster. Der Tierpark der Familie Bumann in Gettorf war die Lösung. Inhaber Rolf Bumann war nicht abgeneigt. "Wir haben immer etwas Neues hier. Warum nicht auch ein ,Verrücktes Haus", sagt er.
"Es gibt nur eine Firma im Land, der wir das zutrauen"
Da die Statik sehr kompliziert ist, fielen die Baukosten mit 250.000 Euro höher aus, als Oster erwartet hatte. Durch die Förderung der Aktiv-Region von 80 000 Euro aber sei es wieder im Rahmen, sagt Oster und betont, dass er das Projekt ohne die finanzielle Unterstützung hätte fallen lassen. Schwierig gestaltet sich auch die Suche nach einem Bauunternehmer. Oster: "Es gibt nur eine Firma im Land, der wir das zutrauen." Wer das ist, möchte er vor Vertragsabschluss nicht verraten.
Zu Ostern 2010 soll das Holzhaus stehen, das am südlichen Ende des drei Hektar großen Tierparks aus Fertigteilen zusammengesetzt wird. Drumherum wird ein Plattenweg führen. Und von einem Erdhügel aus wird sich den Besuchern ein guter Standort für Fotos bieten. "Ich bin gespannt, ob das, was ich mir erhoffe, auch funktioniert", sagt Oster, der mit dem Projekt seinem Drang nachgeht, einmal etwas anderes zu versuchen. Und Rolf Bumann hofft durch das Haus auf zusätzliche Besucher für seinen Tierpark. "Eine klassische Win-Win-Situation", sagt er.

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