In Dänemark gestrandet

Eines der großen Lager für deutsche Flüchtlinge in Dänemark: Im Lager Oksbøl lebten fast 40  000 Menschen. Foto: sh:z
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Eines der großen Lager für deutsche Flüchtlinge in Dänemark: Im Lager Oksbøl lebten fast 40 000 Menschen. Foto: sh:z

Gedenkstätte für Flüchtlinge inm Oksbøl-Lager / Kommune Varde stellt 500 000 Kronen bereit / Kunstroute erinnert an Menschen in Baracken

shz.de von
02. Juli 2013, 03:59 Uhr

Varde | Die schleswig-holsteinische Kultur- und Europaministerin Anke Spoorendonk (SSW) hat sich in Varde über die Pläne für ein Flüchtlingsmuseum informiert, das die Geschichte der deutschen Flüchtlinge nach 1945 im Oksbøl-Lager historisch aufarbeiten soll. Die Kommune Varde hat - wie Bürgermeister Gylling Haahr der Ministerin im Rathaus berichtete - im Ökonomie-Ausschuss 500 000 Kronen für die Konkretisierung der Museumspläne bereitgestellt.

Der Bürgermeister unterstrich seinen Wunsch nach einem grenzüberschreitenden Projekt zur Geschichte der deutschen Flüchtlinge. Ministerin Spoorendonk, die während ihres Besuchs auch eine gerade im Wald von Oksbøl eröffnete Kunstausstellung der Künstlerin Kate Skjerning zum Thema Oksbøl-Lejr besichtigte, zeigte großes Interesse an den Plänen, die nach ihrer Ansicht auch in Zusammenarbeit mit schleswig-holsteinischen Historikern realisiert werden sollten. Vor einiger Zeit hatte die Kommune Varde bereits den deutschen Botschafter in Dänemark, Michael Zenner, über das Museums-Projekt informiert.

Bürgermeister Haahr zeigte sich zuversichtlich nach dem Besuch. Museumsdirektor Claus Kjeld Jensen: "Wir hatten bereits ein konstruktives Treffen mit dem deutschen Botschafter und ich bin mir sicher, dass wir nach dem erfreulichen Besuch von Ministerin Spoorendonk die gute Chance haben, hier ein Flüchtlingsmuseum von Weltklasse zu schaffen."

Der Fotograf Nils Linneberg und die Künstlerin Kate Skjerning haben eine "Kunstroute" im Bereich des Dünengehölzes "Ål Klitplantage" den Flüchtlingen im einstigen Lager gewidmet. Auf einem Kilometer Strecke werden 175 lebensgroße Porträts von Menschen gezeigt, die 1946 in Oksbøllejr gelebt haben. Die Kunstroute, die auch Dichtungen der ostpreußischen Literatin Agnes Miegel aufgreift - sie lebte in dem Lager -, stellt ein Gedicht Miegels vor, das diese den über 4000 kleinen Kindern gewidmet hatte, die die Flucht nach Dänemark nicht überlebten und in Dänemark beerdigt worden sind. Die Route beginnt in Blåvandshuk am Idrætscenter.

Das Vorhaben soll auch das Projekt unterstützen, in Oksbøl ein Flüchtlingsmuseum einzurichten.

Darüberhinaus soll das Vorhaben die Solidarität mit heutigen Flüchtlingen fördern.

Über das ehemalige Flüchtlingslager für Deutsche informiert u. a. das Museum Varde in Form eines digitalen Museums, das über www.vardemuseum.dk im Internet aufgerufen werden kann: Mit zahlreichen Dokumente und Bildern aus dem Lagerleben.

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