In 14 Tagen kommen die Dampfer

Flensburger Dampfmacher: (vorn von links) Kapitän Wolfgang Weyhausen, Veranstalter Michael Reinhardt, Hafenkapitän Frank Petry; hinten von links die Modellbauer Gerd ten Haaf und Andreas Müller, die zwei Modelle mitgebracht hatten. Foto: Nowc
Flensburger Dampfmacher: (vorn von links) Kapitän Wolfgang Weyhausen, Veranstalter Michael Reinhardt, Hafenkapitän Frank Petry; hinten von links die Modellbauer Gerd ten Haaf und Andreas Müller, die zwei Modelle mitgebracht hatten. Foto: Nowc

Flensburger Dampf Rundum präsentiert vom 12. bis 14. Juli Oldtimer auf dem Wasser, auf der Straße und auf der Schiene

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26. Juni 2013, 03:59 Uhr

Flensburg | Der Countdown läuft, die Kohlen sind bestellt: Am 12. Juli startet im Flensburger Hafen das Dampf Rundum, europäisches Technik-Festival, das seinesgleichen sucht. Versprochen sind Dampf zu Wasser, Dampf auf der Schiene und Dampf auf der Straße - drei Tage lang, bis zum Abend des Sonntag, 14. Juli.

Die Macher des Dampf Rundum, Veranstalter Michael Reinhardt sowie Vorstand und Mitglieder des Fördervereins Dampfer Alexandra freuen sich über die runde Zahl: In diesem Sommer geht das 20. Dampf Rundum über die Bühne. Ansonten bleibt das Team ruhig: Jeder hat reichlich Erfahrung.

Und einen Schub Adrenalin, Hektik und Sorgen, gab es schon. Im März war an der Alexandra, Flensburgs schwimmendem Wahrzeichen und "Denkmal" ein Kesselschaden festgestellt worden. Doch es gelang noch, Handwerker mit dem alten Wissen zu finden, die das Verfahren beherrschen, das zu dem 105 Jahre alten Schiff passt. Vor wenigen Tagen gaben die TÜV-Prüfer ihr Okay zum Betrieb der alten Dame. Jetzt fährt sie während der Kieler Woche und kehrt dann in ihr Heimatrevier zurück.

Wolfgang Weyhausen, Kapitän des Dampfers und Mitorganisator des Flensburger Dampf Rundum, brachte es gestern während der Pressekonferenz auf den Punkt: Flensburg mit dem Großereignis habe etwas von dem kleinen, gallischen Dorf. Landauf, landab, gebe es Segel-Veranstaltungen, die die Zuschauer mit einem gewissen Abstand erleben. In Flensburg, bei den Dampfern, sei jeder Besucher herzlich eingeladen, die alte Technik hautnah zu erleben - bei einem Besuch auf der Kommandobrücke und gern auch im Maschinenraum.

Und ganz besonders beim Dampf Rundum. Über ein Dutzend dampfende Schönheiten werden im Flensburger Hafen erwartet. Mit dabei die Creme der nordeuropäischen Dampferszene: Eisbrecher Stettin, der weiße Hamburger Behördendampfer "Schaarhörn", die kleine "Skjelskør" aus Dänemark, Schlepper "Flensburg" aus Glückstadt, Lotsenboot "Marxen", Tonnenleger "Bussard" aus Kiel. Sie alle liegen am Westkai und brechen in den drei Tagen immer wieder zu Fördefahrten auf.

Eine Absage ist den Veranstaltern ins Kontor gerauscht: die "Nordstjernen" die Königin der Hurtigruten, liegt noch immer in der Werft und schafft es nicht, nach Flensburg zu kommen.

Abwechslungsreich wird es auch an Land: im Technikpark, der in diesem Jahr bei Niro Petersen eingerichtet wird. Dort schnauft alles, was zu Opas Zeiten das Geschehn auf den Straßen bestimmt hat: Dampfwalze, Lokomobil, Zugmaschinen. Sie trieben einst Dreschkästen, Steinbrecher oder Gattersägen per Treibriemen an und werden beim Fest präsentiert. Ein Hingucker ist die Beduwe-Feuerspritze (Jahrgang 1902), die einst zum Löschen eingesetzt wurde und die über eine besonders schnell wirkende Heiztechnik verfügt.

Und auch zwei Dampflokomotiven mit ihren historischen Zügen werden die Szenerie am Hafen beleben.

Das Dampf Rundum wird auch ein Fest für Modellbau-Liebhaber. Flensburger Modellbauer und Modellbaugruppe Nord stellen ihe Flotten im Schifffahrtsmuseum aus - auch in einem großen Wasserbecken, in Aktion. Die IG "Kaiserliche Marine" zeigt im Modellbahn-Maßstab einen Zivil- und Marine-Hafen der Kaiserzeit, samt Stapellauf. Selbst der Wurf der winzigen Sektflasche wird gezeigt.

Dampf Rundum ist ein Volksfest, und zum Volksfest gehört Musik. Michael Reinhardt hat sich der handgemachten Musik und der Förderung des Nachwuchses verschrieben. Der Weg dazu führt über den Musiker-Stammtisch Flensburg und die Bands, die er fördert. Sie haben die Chance, auf der Stammtisch-Bühne vor Publikum zu treten.

Udo Lindenberg und Phil Collins sollen das Dampf Rundum aufpeppen - nicht persönlich, aber in Form von Cover-Bands - beide in Top-Qualität, schwärmt Michael Reinhardt.

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