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Immobilien-Boom in Hamburg: Wer kann das noch bezahlen?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hamburg legt Zahlen vor: Zehn Prozent Preisanstieg bei Wohnungen und Grundstücken im vergangenen Jahr.

Hamburg | Von Entspannung keine Spur: Die Preise auf dem Immobilienmarkt in Hamburg kannten auch 2016 nur eine Richtung: nach oben. Das geht aus dem am Montag vorgelegten Immobilienmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte hervor. Demnach haben sich Häuser, Eigentumswohnungen und Grundstücke fast durchweg in einer Größenordnung von um zehn Prozent verteuert.

Der Marktbericht ist besonders aussagekräftig, weil er im Gegensatz zu vielen Immobilienstudien auf der Auswertung der notariell beurkundeten Kaufverträge basiert und damit die tatsächlichen Preise angibt und nicht etwa Angebotspreise.

Die Zahlen zeigen, dass die erhoffte Abkühlung des überhitzten Marktes ausgeblieben ist. Zwar ging die Zahl der Verkäufe von Grundstücken, Wohnungen und Häusern gegenüber 2015 um rund 700 auf rund 12.800 zurück. Weil die Preise aber erneut einen kräftigen Satz nach oben machten, stieg der Geldumsatz dabei um rund fünf Prozent an. Demnach wechselten 2016 in der Hansestadt Immobilien im Gesamtwert von 10,2 Milliarden Euro den Besitzer.

Extrem beliebt sind Wohnimmobilien

Vor allem Wohnimmobilien sind an der Elbe weiterhin extrem gefragt und erfuhren entsprechend deutliche Wertsteigerungen. Laut der Auswertung legten die Preise für frei stehende Einfamilienhäuser einschließlich Grundstück um acht Prozent zu, Reihenhäuser wurden binnen Jahresfrist gar um zwölf Prozent teurer. Bei Eigentumswohnungen lag das Preisniveau 2016 um etwa zehn Prozent über dem des Vorjahres.

Bauplatz für Einzelhaus kostet 297.000 Euro

Die Quadratmeterpreise für Mehrfamilienhäuser kletterten um zwölf Prozent; im Durchschnitt wurde das 22,9-fache der Jahresnettokaltmiete gezahlt. Auch für einen Bauplatz mussten Interessenten deutlich tiefer in de Tasche greifen, die Preise stiegen um acht Prozent. Ein Einfamilien-Einzelhausbauplatz kostete 2016 in Hamburg durchschnittlich rund 297.000 Euro und war im Mittel 647 Quadratmeter groß. Bei Mehrfamilienhaus-Bauplätzen gab es sogar einen Anstieg um 14 Prozent. Bei den Verkäufen unbebauter Bauflächen wurden insgesamt 2,2 Millionen Quadratmeter Land und rund 1,4 Milliarden Euro umgesetzt.

Schwach entwickelten sich dagegen die Umsätze bei Wirtschaftsimmobilien. Im Segment der Büro- und Geschäftshäuser ging die Menge der Verkäufe um drei Prozent zurück, der Geldumsatz um sechs Prozent. Die Anzahl der Verkäufe von Lager- und Produktionsgebäuden brach sogar um ein Viertel ein. Dicke Minuszeichen gab es ebenfalls beim Umsatz von Büro- und Geschäftshausbauplätzen (– 19 Prozent) sowie bei unbebauten Produktions- und Logistikgrundstücken (– 15 Prozent).

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erstellt am 03.Jul.2017 | 12:47 Uhr

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