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Innenministerkonferenz : Immer mehr Flüchtlinge in SH beantragen Kirchenasyl

vom

Bisher suchten 103 Flüchtlinge Schutz in den Kirchen – vor allem sogenannte Dublin-Fälle. Fast zehn Mal so viele wie noch 2014.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2017 | 17:27 Uhr

Kiel | Abgelehnte Flüchtlinge suchen in Schleswig-Holstein immer häufiger Schutz bei den Kirchen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur stieg die Zahl der Kirchenasyle von 14 im Jahr 2014 über 31 (2015) und 66 (2016) auf bereits 103 Fälle im laufenden Jahr an. Darunter waren 2017 auch 38 sogenannte Dublin-Fälle. Dabei handelte es sich um Menschen, die aus einem anderen EU-Land nach Deutschland kamen und dorthin wieder zurückgeschickt werden sollen. 2016 waren nur sechs Dublin-Fälle darunter.

Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) will das Thema Kirchenasyl deshalb auf die Tagesordnung der Innenminister-Konferenz setzen. „Um die gesellschaftliche Akzeptanz für das einmalige Verfahren des Kirchenasyls zu erhalten, haben sich die christlichen Kirchen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im Februar 2015 auf einen besonders sensiblen Umgang mit dem Instrument verständigt“, sagte Grote am Montag. „Die derzeitige Praxis erweckt den Eindruck, dass dies nicht von allen Gemeinden verinnerlicht wurde.“

Die Behörden gehen davon aus, dass der Anteil der Dublin-Fälle beim Kirchasyl tatsächlich noch höher ist als angegeben. „Weil wir das Instrument Kirchenasyl für wichtig halten, wollen wir gemeinsam mit den Innenministern der anderen Bundesländern bei den Kirchen für die Einhaltung der Vereinbarung werben“, sagte Grote.

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