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„Reisende Tätergruppen“ : Immer mehr Einbrüche – auch in SH

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Steigende Zahlen in Kiel, Serien-Einbrüche in Pinneberg und Neumünster als bundesweite Ganoven-Hochburg: Auch Schleswig-Holstein ist vor Dieben nicht gewappnet. Viele von ihnen haben ein besonderes Täterprofil.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Kiel | „Einbrecher kommen nachts, das ist ein gefährliches Klischee“, warnt Kiels Polizeisprecher Bernd Triphahn und bestätigt damit die aktuelle Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA). Demnach schlagen die Ganoven meistens in der Zeit zwischen 17 bis 21 Uhr zu, dies vor allem in den Monaten Oktober bis März. Und es werden immer mehr Einbrüche verübt: 2012 stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Prozent auf 144.000. Eine deutliche Zunahme gegenüber den Vorjahren stellt seit einigen Wochen auch die Kripo in Kiel fest.

So musste die Kriminalpolizei der Fördestadt allein Ende November in 30 Fällen ermitteln. Gleich mehrere Serien-Einbrecher konnten in Pinneberg gefasst werden. Die 14-köpfige Bande südamerikanischer Täter hatte im Kreis Pinneberg sowie in Ahrensburg und Buxtehude bei Hamburg ihr Unwesen getrieben.

In einer BKA-Statistik nimmt Neumünster Schleswig-Holsteins Spitzenplatz ein. Die Stadt belegt unter den Top 20 der deutschen Einbrecher-Städte den zehnten Rang. Gerechnet auf 100.000 Einwohner waren dies im vorigen Jahr 370 Einbrüche. Nicht viel besser sieht es in der Dithmarscher Kreisstadt Heide aus, die Rang 19 (341 Einbrecher) einnimmt. Hamburg belegt Platz 13 mit 359 Delikten.

Bei den Einbrüchen haben es die Täter laut Polizeisprecher Triphahn auf „schnelle Beute“ abgesehen. Neben Bargeld bevorzugen sie Schmuck, Fotoapparate, Mobiltelefone, Laptops und Tablet-PCs. Durchschnittlich erbeuteten die Täter bei jedem Einbruch Diebesgut im Wert von einigen Tausend Euro. Meist gelangen sie durch schlecht gesicherte Kellerfenster oder über Balkon- und Terrassentüren in den Wohnraum.

Opfer eines Einbruchs zu werden, ist für die meisten Menschen ein großer Schock. Triphahn: „Neben dem materiellen Verlust trägt dazu vor allem die massive Beeinträchtigung des eigenen Sicherheitsgefühls bei. Doch durch bewährte Sicherungstechniken kann jeder ganz gezielt zur eigenen Sicherheit beitragen.“

Etwas mehr als 70 Prozent der Täter sind nach BKA-Auswertungen deutsche Staatsbürger. Ausländische Täter stammen sehr oft aus Bulgarien, Polen, Rumänien, Serbien und der Türkei. Wie im Kreis Pinneberg waren auch in Hamburg südamerikanische Banden am Werk, sie kamen aus Kolumbien und Chile. Diese sind meist in Großstädten sowie entlang der Fernstraßen aktiv. Die Polizei geht davon aus, dass der Anstieg bei den Einbrüchen auf das Konto „reisender Tätergruppen“ geht.

Nicht nur die Polizeidirektion Kiel reagiert mit einem verstärkten Einsatz von Streifenwagen und Zivilstreifen auf die steigenden Einbruchszahlen. Darüber hinaus appelliert die Polizei an Bürger, nicht zu zögern, verdächtige Personen oder Beobachtungen zu melden.

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