Altenheime : Im Land fehlen bald 19.000 Pflegekräfte

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In Schleswig-Holstein werden bis zum Jahr 2030 voraussichtlich mehr als 19.000 Vollzeit-Pflegekräfte fehlen.

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25. November 2012, 04:31 Uhr

Kiel | Das sind fast 74 Prozent der heute in der Pflege Beschäftigten, haben Wissenschaftler jetzt für die Bertelsmann-Stiftung errechnet. Gegenwärtig sind im nördlichsten Bundesland rund 79.000 Menschen oder 2,8 Prozent der Bevölkerung pflegebedürftig. Die Studie geht davon aus, dass die Zahl bis 2030 um 54 Prozent steigt.
Je nach Landkreis und kreisfreier Stadt wird der Mangel an Pflegekräften unterschiedlich stark ausfallen. In der Landeshauptstadt Kiel fehlen laut Prognose bis 2030 rund 1000 Pflegekräfte, das entspricht 54,8 Prozent der Vollzeitkräfte, im Kreis Stormarn sogar 1800 (plus 78,4 Prozent). Dort droht die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit 4200 auf mehr als 10.500 im Jahr 2030 zu klettern.

Hohe Heimdichte

Das Sozialministerium reagiert bereits, will die Zahl der geförderten Ausbildungsplätze in der Altenpflege in den kommenden Jahren verdoppeln und die Ausbildung für die Schüler kostenfrei halten. Zugute kommt Schleswig-Holstein bei der Bewältigung der Pflegekrise möglicherweise seine traditionell hohe Heimdichte. Derzeit ist das Land mit 16,5 Heimplätzen pro 100 Einwohner über 75 Jahren unangefochtener Spitzenreiter. Zum Vergleich: In Hessen ist die Relation 9,8 zu 100. Bei einer steigenden Zahl von Pflegebedürftigen, müssten demnach weniger zusätzliche Heimplätze geschaffen werden als in anderen Bundesländern.
Von den Pflegebedürftigen im Norden werden derzeit 40 Prozent in Heimen betreut, doppelt so viele wie in den neuen Bundesländern. Die meisten Heime - nämlich 62,8 Prozent- befinden sich in privater Trägerschaft. Auch damit liegt Schleswig-Holstein bundesweit an erster Stelle.

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