Ein Jahr Cannabis auf Rezept : Hunderte Patienten in SH erhalten Cannabis als Medizin

Seit die Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken erlaubt ist, nehmen die verschriebenen Behandlungen von Monat zu Monat deutlich zu.
Seit die Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken erlaubt ist, nehmen die verschriebenen Behandlungen von Monat zu Monat deutlich zu.

Die Nachfrage in Schleswig-Holstein ist gestiegen. Zeitweise gab es sogar Engpässe in den Apotheken.

shz.de von
09. März 2018, 10:25 Uhr

Kiel | Seit der Freigabe von Cannabis auf Rezept vor einem Jahr haben Apotheken in Schleswig-Holstein das Betäubungsmittel bereits mehr als 1000 Mal abgegeben. „Auf jeden Fall ist der Bedarf, mit Cannabis zu behandeln, größer gewesen als gedacht“, sagte der Geschäftsführer der Apothekerkammer, Frank Jaschkowski. „In Apotheken ist es vielfach auch zu Lieferengpässen gekommen.“ Deshalb hätten sich in den vergangenen Monaten einige Patienten bei der Kammer über Apotheken beschwert.

Jaschkowski rechnet damit, dass diese Probleme im Verlaufe des Jahres deutlich kleiner werden. „In Schleswig-Holstein sind mehrere hundert Patienten in der Therapie“, sagte er. Vor der Gesetzesänderung hatte es nur vereinzelte Fälle im Norden gegeben. „Anfangs ist man davon ausgegangen, dass es eine Außenseiter-Therapie sein wird.“ Das scheine aber nicht der Fall zu sein. Jaschkowski geht davon aus, dass mittlerweile 30 Prozent der 650 Apotheken im Land mit dem Thema konfrontiert wurden.

Seit März 2017 haben gesetzlich Krankenversicherte einen Anspruch darauf, dass ihre Kasse unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für Medikamente auf Cannabis-Basis übernimmt. Damit soll der Schmerz schwer kranker Menschen besser gelindert werden. Zuvor mussten die Patienten eine Erlaubnis beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte einholen.

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