Bezahlung nach A13 statt A12 : Hoffnungsschimmer für Grundschullehrer

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU). /Archiv
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Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU). /Archiv

Bildungsministerin Karin Prien signalisiert Entlastung und vielleicht mehr Geld.

fju_maj_0203 von
13. Februar 2018, 21:46 Uhr

Kiel | Bildungsministerin Karin Prien will den Lehrkräften an den Grundschulen mit besseren Arbeitsbedingungen den Rücken stärken. „Wir werden einen Weg finden, wie wir Sie entlasten können und wie Sie zugleich in der Öffentlichkeit die Anerkennung finden, die in der Vergangenheit manchmal gefehlt hat.“ Das sagte die CDU-Politikerin vor 230 Pädagogen auf einem Grundschul-Kongress des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH) in Damp.

Zum Teil geht es Prien darum, dass Lehrkräfte mehr Zeit für ihre gewachsenen Aufgaben bekommen. „Mittelfristig“ strebt sie auch eine Heraufstufung aller Grundschullehrer vom Tarif A12 auf A13 und damit eine Gleichberechtigung mit den weiterführenden Schulen an. Eine Forderung, die termingerecht auch die Bildungsgewerkschaft GEW per Pressemitteilung erneuerte. Deren Hamburger Verband kündigte dazu am Dienstag gar eine Klage gegen den dortigen Senat an.

Im Haushalt 2019 möchte Prien mit mehr Geld für Schulleitungen einen Anfang machen. A13 für alle Grundschullehrkräfte würde das Land jährlich 40 Millionen Euro kosten. „Das ist nicht ganz trivial, die irgendwoher zu holen“, sagte die Ministerin. Da Schleswig-Holstein als Haushalts-Konsolidierungsland von anderen Ländern finanziell unterstützt werde, sei es ein „No-Go“, jetzt im Alleingang die Lehrer-Bezüge heraufzusetzen – und damit womöglich von anderswo Kandidaten abzuwerben. Prien setzt auf eine Lösung in Zusammenarbeit mit den übrigen Ländern ab 2020 – dann enden die Konsolidierungshilfen.

Inhaltlich bekräftigte die Politikerin ihre Forderung, den Leistungsgedanken in der Grundschule zu stärken. Die Unterrichtsqualität im Primar-Bereich sei durch die langen Strukturdebatten über weiterführende Schulen „völlig aus dem Blick geraten“ – ein Fehler, weil vieles, was anfangs schief laufe, später nicht mehr reparierbar sei. Gerade Kinder aus bildungsfernen Familien profitierten, wenn stärker verbindliche Rahmen beim Lernen gesetzt würden, äußerte Prien.

Aus dem jüngsten bundesweiten Leistungstest von Viertklässlern liest die Ministerin trotz vergleichsweise guten Abschneidens Schleswig-Holsteins „massiven Handlungsbedarf“ heraus. Sie versicherte dem Auditorium aber auch, mit Blick auf Schleswig-Holsteins Schlusslicht-Position bei den Bildungsausgaben aller Länder: „Gerade angesichts der schlechten Ressourcen machen Sie Ihre Arbeit geradezu großartig.“

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