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Leerstand, Abriss, Neueröffnung : Hertie in SH: Was aus den alten Kaufhäusern wurde

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Aus der Onlineredaktion

Lange standen einige der ehemaligen Hertie-Kaufhäuser leer. Doch inzwischen wurden Lösungen gefunden - außer für eines.

Die Insolvenz von Hertie im Jahr 2009 traf sieben Städte in Schleswig-Holstein, in denen sich der Kaufhaus-Konzern mit Geschäften niedergelassen hatte. Nach der Pleite mussten die Filialen schließen. Das führte zu Leerstand und dadurch zur Verödung einiger Straßenzüge. Die Wiederbelebung der Verkaufsräume dauerte an - und ist bis jetzt noch nicht überall gelungen. Doch es tut sich etwas. shz.de zeigt, was aus den sieben alten Kaufhäusern geworden ist.

Elmshorn

6. Einkaufsstadt: Die Shoppingauswahl  in der City ist im Vergleich mit anderen Mittelzentren sehr gut. Am Grauen Esel gibt es einen attraktiven Mix aus Handel und Gewerbe. Und trotz Leerstands: Elmshorn ist es als erster Hertie-Kommune gelungen, das Loch zu schließen.
Elmshorn ist es als erster ehemaliger Hertie-Kommune gelungen, das Loch zu schließen. Andere Städte folgten dem Beispiel. Foto: Carsten Petersen

Geschlossen: 15. August 2009

Wiedereröffnung: Juni 2013

Aktuelle Situation: Elmshorn wurde nach der Hertie-Pleite zum Vorbild für andere betroffene Städte: Ein Investor kaufte das Gebäude am Alten Markt und verwandelte es in ein neues Geschäftshaus. 2013 zogen die neuen Läden ein: Und H&M, C&A, Deichmann, KiK und Budnikowsky zeigten sich bereits einen Monat nach der Eröffnung mit dem Standort zufrieden. Genauso die Elmshorner, für die sich zahlreiche neue Einkaufsmöglichkeiten auftaten - das neue Einkaufshaus belebte die Innenstadt.

Husum

Aus der einstigen Hertie-Immobilie soll ein modernes Einkaufs-Center in der Husumer Innenstadt werden.
Aus der einstigen Hertie-Immobilie soll ein modernes Einkaufs-Center in der Husumer Innenstadt werden. Foto: Volker Bandixen/Archiv
 

Geschlossen: 15. August 2009

Wiedereröffnung: März 2010, im November 2014 von einer neuen Investorengruppe übernommen

Aktuelle Situation: Die HSC GmbH hat das Gebäude 2014 übernommen. Das Husumer Kaufhaus ist darin noch untergebracht, das aber bis Ende August von allen Geschäften geräumt werden soll. Schnäppchenjäger kommen dadurch derzeit voll auf ihre Kosten. Es läuft der (Teil-)Räumungsverkauf in den Bekleidungsgeschäften. Dann soll neu gebaut werden. Die geplante Eröffnung ist 2018. 

Itzehoe

<p>Das Stör-Carree in Itzehoe eröffnete im April 2014.</p>

Das Stör-Carree in Itzehoe eröffnete im April 2014.

Foto: sh:z/Archiv
 

Geschlossen: 8. August 2009

Wiedereröffnung: April 2014

Aktuelle Situation: An die Stelle des Hertie-Kaufhauses rückte das Stör-Carree, das im April 2014 als größtes Modehaus der Stadt neu eröffnete. Die Immobilie in der Breiten Straße wurde im Januar 2014 von der Firma Haltermann Immobilien GmbH & Co. KG erworben. Für Geschäftsführer Sven Haltermann war es eine „Investition als Kaufmann“, gleichzeitig hätten ihn aber auch „lokalpatriotische Gründe“ zum Kauf bewegt, sagte er. „Es konnte ja keiner vorhersagen, was mit der Immobilie passiert wäre, hätte ein fremder Investor sie gekauft.“

Mölln

<p>Hertie ist nicht mehr, Mode aber schon: In Mölln ist in die Verkaufsräume das MC Mode-Centrum eingezogen.</p>

Hertie ist nicht mehr, Mode aber schon: In Mölln ist in die Verkaufsräume das MC Mode-Centrum eingezogen.

Foto: Fred Grochowsky/Archiv

Geschlossen: Mai 2009

Wiedereröffnung: September 2014

Aktuelle Situation: Eine Investorengemeinschaft hat unter Federführung der ortsansässigen Lauenburgischen Treuhand Gesellschaft mbH (LTG) im November 2013 die Gebäude erworben. Das ehemalige Hertie-Kaufhaus wurde grundlegend saniert. Mittlerweile hat in dem Gebäude das MC Mode-Centrum eine neue Filiale eröffnet.

Niebüll

Leerstand in der besten Lage Niebülls: Seit 2009 ist das Gebäude geschlossen, 2014 wurde das Haus abgerissen.
Leerstand in der besten Lage Niebülls: Seit 2009 ist das Gebäude geschlossen, 2014 wurde das Haus abgerissen. Foto: NFT
 

Geschlossen: 2009

Wiedereröffnung: keine, bereits abgerissen

Aktuelle Situation: Das ehemalige Hertie-Haus galt als „Schandfleck“ Niebülls - im Oktober 2014 wurde es abgerissen. Errichtet wird stattdessen ein modernes Wohn- und Geschäftshaus. Als Investor tritt dabei der Niebüller Hochbautechniker Stefan Kasch, Geschäftsführender Gesellschafter der Kasch-Wohnungsbaugesellschaft, auf. Auf dem 1968 Quadratmeter großen Areal entstehen zwei Gebäudeeinheiten mit 22 Eigentumswohnungen (inklusive Tiefgarage) sowie im Erdgeschoss des Neubaus Gewerbeflächen.

Rendsburg

Der marode Hertie-Komplex am Altstädter Markt ist heute an drei Investoren aus dem nördlichen Schleswig-Holstein verkauft worden.
Der marode Hertie-Komplex am Altstädter Markt ist heute an drei Investoren aus dem nördlichen Schleswig-Holstein verkauft worden. Foto: Höfer
 

Geschlossen: August 2009

Wiedereröffnung: Sommer 2018

Aktuelle Situation: Lange herrschte Leerstand, doch seit Anfang Mai gehört die Kaufhaus-Ruine am Altstädter Markt drei Investoren aus Flensburg und Nordfriesland. Sie planen, in dem Gebäude einen Supermarkt im Erdgoschoss und einen stationären Pflegebetrieb in den Stockwerken darüber zu eröffnen. Dazu soll das teils baufällige Kaufhaus abgerissen und neu errichtet werden – allerdings nicht vollständig. Das Skelett aus Stahlbeton und das Fundament sollen erhalten bleiben. Baubeginn könnte im Frühjahr 2017 sein.

Schleswig

Seit mehreren Jahren steht das Hertie-Haus im Schleswiger Stadtweg leer - und verfällt zusehends.
Seit mehreren Jahren steht das Hertie-Haus im Schleswiger Stadtweg leer - und verfällt zusehends. Foto: Jensen
 

Geschlossen: 2009

Wiedereröffnung: Nicht bekannt

Aktuelle Situation: Um das ehemalige Hertie-Haus in Schleswig ist es nicht gut bestellt. Das Gebäude ist ziemlich heruntergekommen, die Stadt hat es für 1,74 Millionen Euro gekauft, um es abzureißen. Einen genauen Zeitplan gibt es dafür aber noch nicht. Auch fehlt bis jetzt ein Investor, der das Grundstück nach dem Abriss kaufen könnte.

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erstellt am 20.Jun.2016 | 22:00 Uhr

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