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Filialen in Schleswig-Holstein : „Hans im Glück“ – Ärger im Burgerland

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Burger-Kette „Hans im Glück“ liegt mit einem Franchisenehmer im Clinch. Das hat Folgen für Flensburg und Lübeck.

Sie galt als die Erfolgsgeschichte der Burger-Welt: die Restaurantkette „Hans im Glück“. Seit 2010 attackiert das Münchner Franchise-Unternehmen die etablierte Burger- und Fastfood-Konkurrenz erfolgreich mit Tisch-Bedienung, ausgefallener Dekoration und einer Edelversion des klassischen Brot-Bouletten-Gerichts. Doch inzwischen rumort es gewaltig im Burgerland.

Mit seinem größten Franchise-Nehmer, dem Lübecker Patrick Junge, hat sich das Unternehmen überworfen. Patrick Junge will mit seiner Paniceus-GmbH und den zwölf Filialen – unter anderem in Flensburg, Lübeck und Hamburg – eigene Wege gehen. „Wir wollen zunächst unser Angebot im Norden verdichten, haben aber durchaus auch eine Expansion in erstklassige Lagen im ganzen Bundesgebiet im Auge“, sagt der Abkömmling der Lübecker Konditorei Junge. Allein in diesem Jahr sollen fünf neue Standorte hinzukommen.

Der norddeutschen Fastfood- und Burgerszene steht somit ein harter Wettbewerb bevor. Denn auch die großen Konkurrenten liebäugeln mit dem Land zwischen den Meeren. Sie seien „auf der Suche nach neuen Franchise-Partnern“, bestätigt Daniel Faidt, der bei der Kette Subway das norddeutsche Geschäft koordiniert. Zusammengenommen unterhält Subway 32 Franchise-Filialen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Umsätze wuchsen zuletzt um sechs Prozent im Jahr, die Zahl der Kunden nimmt zu, die Erträge steigen stark. „Das sind wunderbare Voraussetzungen“, so Faidt. Für neue Standorte hat die Kette unter anderem die Kreise Dithmarschen sowie Rendsburg-Eckernförde im Blick.

Konkurrent „Burger King“ betreibt 28 Restaurants im Land und hat allein in den letzten zwei Jahren vier neue Restaurants im nördlichsten Bundesland eröffnet – unter anderem in Kiel und Eckernförde. Branchen-Primus McDonald’s wiederum zählt 55 Standorte – und schließt weitere nicht aus. Deutschlandweit sehe man sich „nach Standorten um, die für uns von Interesse sein könnten“, heißt es.

Schließlich kommt noch „Hans im Glück“ selbst hinzu. Die Münchner wollen dem Lübecker Unternehmer Junge das Feld der Edel-Burger in Norddeutschland offenbar nicht kampflos überlassen. Die Expansion soll deutschlandweit vorangetrieben werden – auch in Norddeutschland. So teilt es das Unternehmen mit. „Es liegen bereits einige Anfragen dazu vor.“ Allerdings stimmte nicht nur zwischen Franchise-Nehmer Junge und der „Hans im Glück“-Führung die Chemie zuletzt offenbar nicht mehr. Auch Mitarbeiter vom „Hans im Glück“-Management sollen daher mit der Konkurrenz von Patrick Junge liebäugeln.

Für die „Hans im Glück“-Kunden heißt es nun abwarten. Bis Anfang März soll der Betrieb in den bisherigen Filialen uneingeschränkt weitergehen. Ab dem 1. April wollen Junge und sein Team dann mit neuem Konzept und neuem Namen zum Angriff auf frühere Verbündete und alte Konkurrenten blasen.

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erstellt am 04.Feb.2016 | 19:18 Uhr

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